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Startseite Eintrag: Flash-Intro von zai

Flash-Intro von zai

Schon mal ein richtig gutes Flash-Intro gesehen? Eben, ich auch nicht, “gutes Flash-Intro”, das ist eine contradictio in adiecto, fand ich immer. Aber jetzt habe ich zufällig auf “zai” geklickt, nachdem ich in mehreren Newslettern Abschnitte wie diesen gelesen hatte:

Das wohl edelste Paar Skier
In Zeiten, in denen grosse Skifirmen über die Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland nachdenken und laut Experten die rentable Mindestproduktion an Skiern bei 400′000 Stück liegt, wagt ein kleines Unternehmen, im Herzen der Schweiz, einen grossen Schritt. Zai, eine neue Premiumskimarke mit eigener Manufaktur in Disentis im Kanton Graubünden, bringt in dieser Saison erstmals seine Edelprodukte auf den Markt. Handgefertigt und auf 700 Paar pro Jahr limitiert. Zai setzt damit eine alte Schweizer Tradition fort, in der ähnlich wie in der Uhrenindustrie präzise Schweizer Handarbeit mit internationaler Markenpräsenz verbunden wird.

Tja. Und das rätoromanische Intro passt irgendwie dazu. Beim “senza mort” läuft es einem ja fast kalt den Rücken runter. Hut ab.

Sind also nur die Inhalte schlecht, nicht aber das Format Intro an sich? Auf keinen Fall. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, auch keine winterliche. Fast alle Websites leben besser ohne Intros. Wie Nielsen schon 2000 schrieb: “Flash intros have (an) obnoxious effect: They delay users’ ability to get what they came for.”


HörGut Verlag: Usability-Problem bei 3 html-Seiten

Manchmal hört man das Argument: “Wir haben nur so eine kleine Site, da ist das mit der Usability nicht so wichtig.” Das ist bedingt richtig: Gute kleine Sites zu bauen ist tendenziell einfacher als gute grosse Sites zu bauen. Es heisst aber keineswegs, dass man nicht auf einer kleinen Site grosse Fehler machen kann, die zu unnötiger Verwirrung führen. Der HörGut-Verlag (der eine sympathische Mission verfolgt, wie ein Spiegel online unter dem Titel Der Reclam des Hörbuchmarkts schreibt) schafft es mit einer abstrusen Beschriftung der Hauptnavigation auf seiner Site, obwohl diese nur aus drei Seiten besteht: Link - Screenshot.
Das liegt an drei Fehlern:

  1. Die Navigation ist völlig unnötigerweise mit “Navigation” überschrieben. Was dazu führt, dass man denkt, “Navigation”sei die aktuelle Seite.
  2. Der oberste Link heisst “Start”, was dazu führt, dass man denkt, man könnte auf die Start-Seite wechseln. In Wirklichkeit ist man schon dort und der Link linkt unnötigerweise auf die aktuelle Seite. Vergleiche dazu die Regel: “Don’t include an active link to the homepage on the homepage” aus Nielsens The Ten Most Violated Homepage Design Guidelines oder die allgemeinere Regel “never have a link that points to the current page”. Es ist leicht nachvollziehbar, dass beides völlig sinnlos ist.
  3. Der eigentlich relevante Content, nämlich das Verlagsprogramm, bestehend aus derzeit sechs CDs, die man bestellen kann und soll, steht nicht in der Hauptnavigation, sondern rechts in einer sinnlosen Content-Navigation unter “Aktuell”. Zwar stehen alle drei Titel derzeit auch auf der Startseite, aber logischerweise müssten sie dort irgendwann rausfallen, und dann stünden sie nur noch rechts.

Dabei wäre eine mögliche richtige Navigation sehr einfach:

  • Hörbücher inkl. Bestell-Links
  • Über uns oder HörGut-Verlag
  • Kontakt oder Impressum - jedenfalls würde ich die beiden Seiten zusammen legen
    Man könnte sie auch getrennt lassen, ohne dass das zu Problemen führt – nur würde ich so bald wie möglich wollen, dass der Inhalt (die Hörbücher) mehr Raum bekommt als Beigemüse wie eben Kontakt & Co.

Und wenn Ihr gerade am Korrigieren seid, nehmt doch schnell noch den unprofessionellen Rollover-Effekt raus, dass auf der Startseite der Buchtitel fett wird, wenn man mit der Maus drüber fährt. Das ist erstens sowieso blöd und zweitens besonders, wenn der Text dadurch anders umbricht und alles eine Zeile nach unten rutscht.

Norbert Jochmann, wenn Sie das hier mal lesen und es so machen, nehme ich gern die Judenbuche als Honorar.


billy mediathek – wie leiht man eine DVD?

2005 ist noch jung, aber ich habe schon einen Favoriten für die schlechteste eCommerce-Anwendung, dem ich zutraue, dass er sich das ganze Jahr hält.

In St.Gallen an der Langgasse wollte ich heute mal wissen, ob man beim Automaten der “billy mediathek” eine DVD leihen oder kaufen kann, ohne sich anzumelden, oder ob man sich erst anmelden muss. Die Usability des Automaten ist einen eigenen Eintrag wert (würde dort sehr gern mal einen Usability-Test machen); jedenfalls kam ich nach einigem Rumprobieren in der Kälte zum Schluss, dass man sich zuerst online anmelden muss.

Das wollte ich heute ausprobieren auf www.billy.ch [Screenshot]; auf diese Site wird am Automaten hingewiesen. Aber entweder kapiere ich es einfach nicht, oder man kann gar nichts machen. Der einzige für mich sinnvolle Link führt zu dem Automaten in St.Gallen [Link - Screenshot], und dort kann man effektiv überhaupt nichts machen. Ich bin einigermassen ratlos, was nun zu tun ist. Der Ablauf vieler eCommerce-Transaktion ist für mich: Ich will etwas aus eigenen Motiven nutzen, probiere es aus, denke, wenn ich Usability-Schwächen begegne: “Ui, das könnte aber jetzt nicht jeder, das wäre ein guter Beratungsfall für Zeix” — aber dann kann ich es natürlich, spätestens im zweiten Anlauf, und dann mache ich es einfach, Beispiel hin oder her. Hier nicht, hier weiss ich schlicht selbst nicht weiter.

Die Preisfrage lautet also: Wie bekommt man eine Kundenkarte? Bin für Hinweise dankbar.


Tchibos “Ultraschall- Distanz- messgerät”

Dieses Wochenende erstmals das Ultraschall-Distanzmessgerät [Link - Screenshot] von Tchibo ausprobiert. Ist das cool. Ein gutes Beispiel, wie Technologie auch im Kleinen Spass macht, denn Handwerk ist beileibe nicht mein Lebensinhalt. Aber man vermisst ein ganzes Zimmer in zwei Minuten. Und das mit allen Massen, man denkt also nicht aus Faulheit: “Ach, die Distanz von der Tür zur Wand ist ja gar nicht relevant, die kann ich weglassen” — und dann überlegt man sich im Möbelladen ein anderes Szenario, für das man aber wieder nach Hause fahren müsste und nachmessen. Zugegeben, man müsste eine Menge Zimmer

ausmessen, damit sich Aufpreis für das Gerät (€ 19,99/CHF 43.90, die horrenden Preisunterschiede D-CH bei Tchibo sind jetzt nicht das Thema) im Vergleich zu einem Zollstock rechnet, aber das ist nicht der Punkt, sondern es macht einfach Spass, in einer Sekunde zu wissen, dass mein Büro 3.45 m hoch ist, selbst wenn mich das gerade gar nicht interessiert.

Und damit zu tchibo.de/.ch, einem Shop, den ich schon oft als “best practice”-Beispiel verwendet habe, aber der trotzdem auch oft nervt, zum Beispiel immer, wenn ich jemanden auf ein Produkt hinweisen will. Denn die 175 (!) Zeichen lange URL (http://www.tchibo.ch/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Store/ch/-/CHF/TdChDisplayProductInformation-Start;sid=Rqi7TU91NjC7aA6eSfyxKUzm4SZnjZQUhUk=?ProductSKU=0002739&Entry=nlpopup)

kann ich natürlich nicht gut verschicken. Meinen eigentlich alle, man müsse den Preis einer eShop-Software an der Länge der URL ablesen? Oder anders gesagt, wenn enfinity so teuer ist, warum verfügt es nicht über eine Option [x] Use reasonable URL length?

Jedenfalls muss ich die “weitersagen”-Funktion nutzen (immerhin, diese generiert in der Mail eine vernünftige URL von 50 Zeichen), und diese Maske ist einfach Mist: Link - Screenshot.

Was soll ich mit sieben Feldern? Ich will drei: von, an, Text. Und dann viel diese kurzen Felder. Und warum ist “absenden” genau unter dem “Fold”, der Scrollgrenze? [Screenshot] Das könnt Ihr doch besser, Tchibo, Ihr eCommerce-Weltmeister.

Schliesslich fällt auf der Detailseite auch noch auf, dass das Produkt als “Ultraschall- Distanz- messgerät” [Screenshot] eingepflegt ist, also mit zwei falschen Leerzeichen. Ist das etwa nötig, damit die Bezeichnung auf der Übersichtsseite [Link - Screenshot] schön umbricht? Mein Respekt vor enfinity schwindet schnell.

Mein Respekt vor Tchibo hält dagegen noch vieles aus, auch wegen des Artikels “Das grosse Puzzle” [Link - PDF] in brand eins. Ich muss unbedingt mal dieses Bremer Hochregallager anschauen. Übrigens, die URL des Artikels konnte ich auch nur mit “Artikel versenden” herausbekommen, aber genug davon für den Moment.


Geschichte eines verhinderten Blogs - und ein Neuanfang per sofort

So, jetzt reicht’s aber. Mit diesem Blog habe ich bisher die Zeit verschenkt im Jahrestakt:

In 2001 Idee für Website mit Usability-Beispielen gehabt. Folderweise Beispiele gesammelt, aber zum einen keine Zeit gehabt zu kommentieren, zum anderen damals auch noch kein geeignetes Gefäss.

In 2002 im Juli die Domains nutzbar.com/.ch/.de reserviert. Seitdem immerhin nicht nur bei den Registrars gezahlt, sondern auch Hosting - mhs hat’s nicht gestört. :-)

In 2003 anlässlich des Kaufs von Blogger durch Google endlich einen Blogger-Account eingerichtet. Ein bisschen geübt, wie man weiter unten noch sieht, aber nie aus dem Teststadium herausgekommen.

In 2004 nutzbar.com verloren. Keine Ahnung, an welche Mailadresse die Rechnungs- und Mahnkaskade ging, die ich verpasst habe, aber weg ist weg. Gehört seit Juni 2004 jemandem aus Hamburg, der auf seiner Startseite [Link Screenshot] in 11 Zeilen Introtext fünf Schreibfehler macht (”leigen”, “vorallem” zusammen, “Pallete” statt Palette, “Komunikation”, “Anziege”), Komma- und Grammatikfehler nicht mitgezählt. Aber das ist nur der Neid des Besitzlosen. Habe gern .com-Domains, weil ich mich dann nicht zwischen .ch und .de entscheiden muss. Ironie des Schicksals ist vermutlich, dass der Hamburger lieber .de gehabt hätte. Ob ich mal mit ihm sprechen sollte?

In 2005, eines Sonntagabends, inzwischen haben Hinz und Kunz einen Blog, einfach wieder angefangen. Im beeindruckend umfangreichen Blog emergic.org von Rajesh Jain, den ich letztes Jahr in Indien kennen gelernt habe, las ich im heutigen Eintrag: “Jain, who blogs every morning for 30-40 minutes”. Das ist doch gar nicht so viel, gemessen an solch einem Werk. Wenn ich also jeden Tag zehn Minuten mache, schaffe ich immerhin ein Viertel davon. Und darum: Genug lamentiert.



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