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Startseite Eintrag: Facts bläst müde “Tricks” auf

Facts bläst müde “Tricks” auf

Die nächste “grosse” Internet-Geschichte im “Facts” vom letzten Donnerstag:

Wir wissen alles über Sie

Der Test: Wie einfach private Daten im Internet zu finden sind.

(online nur für Facts-Abonnenten verfügbar)

In der Tagimagi-Geschichte von Guido Mingels, so wenig wir auch mit seinen Schlussfolgerungen übereinstimmten, waren wenigstens die Fakten sauber recherchiert. Hier dagegen sehen wir wieder das Niveau, das man leider von General-Interest-Magazinen erwarten muss: ein buntes Sammelsurium durcheinandergewürfelter Fakten und Halbwahrheiten, gewürzt mit scheinbar pikanten Inhalten und Abbildungen.

Ich dachte schon, als ich den Titel sah, Facts habe etwas wirklich Interessantes mitzuteilen, ähnlich etwa den am selben Tag von Jürg Stuker vorgestellten Google-Hacks. Natürlich weit daneben. Facts hat anhand mehrerer Prominenter (alle sieben Schweizer Bundesräte, Eidgenössicher Datenschutzbeauftragter Hanspeter Thür) jeweils folgende “Hacks” ausprobiert:

  • Privatadressen und Telefonnummern bei tel.search.ch gesucht (sie schreiben www.telsearch.ch, was auch funktioniert, search.ch kennt natürlich seine Pappenheimer; aber es wird richtig geforwarded, und oben links steht es auch noch mal korrekt — da sind sie schon wieder, unsere kompetenten Journalisten, die überzeugt sind, wenn es Internet ist, muss es mit “www” anfangen).
  • Nach dem Namen gegoogelt und dabei relativ weit genug gesucht, bis auch Treffer auftauchten, wo mal empörte Bürger die Privatadresse von Moritz Leuenberger ins Netz gestellt haben.
  • Für viele Promis den super Trick angewandt nach “Name Vorname 079″ zu suchen und sich diebisch gefreut, dass diverse Natelnummern auftauchten, vor allem von politisch aktiven Personen, die mal Ansprechpersonen in Kampagnen waren. Recht ausführlich wird erklärt, wieso man bei Simonetta Sommaruga die 079 durch eine 078 ersetzen muss — “sie telefoniert offensichtlich nicht mit Swisscom” (stimmt so nicht einmal).
  • Adressen und Telefonnummern reingeschrieben, aber dann geschwärzt — wir sind ja sowas von ethisch — dabei kann es mit den simplen Anleitungen natürlich jeder nachvollziehen.
  • Die Adressen bei map.search.ch anzeigen lassen und die Karten mit den roten Kreisen gross neben den Fotos der Betroffenen (Couchepin, Blocher, Leuenberger) ins Heft gestellt. Bei Thür im Folgeartikel stammt die Karte — die von oben sein Bürogebäude (!) zeigt — von Google Earth.
  • Noch ein paar mehr oder weniger private Fotos ausgegraben — von Fiona Hefti aus dem griechischen Playboy Fotos, die an Harmlosigkeit nicht zu überbieten sind, und die mal der Blick abgedruckt hatte, was 20 Minuten übernahm, wo sie noch im Archiv sind; Pascal Zuberbühler auf einem Foto mit Freunden. Wow.

Das zusammen soll dann alles sehr bedrohlich nach gläsernem Bürger aussehen. Textauszug beim Leuenberger-Absatz:

“Das Internet-Telefonverzeichnis bietet zudem eine Umgebungskarte, die einen grosszügigen Einblick ins Quartier gewährt. Das alles ist ein Kinderspiel; das alles muss ein Horror sein für die Sicherheitsbeamten des Bundes.”

Ich bin ein grosser Fan von map.search, aber nicht, weil die Auflösung der Karten auf der höchsten Stufe mir einen CIA-artigen Blick in die Gärten ermöglicht.

Bei Bundesrat Merz ersparen sie sich die tolle Nummer mit dem Googeln und dem Foto von map.search. Sondern vermelden nur kurz, dass er sowieso im Telefonbuch steht. Das wäre mal eine erste inhaltliche Erwiderung auf den Artikel: In der Schweiz ist einfach diese “Geheimhaltekultur” viel weniger verbreitet als in vermutlich fast allen anderen Ländern. In Deutschland würde doch, selbst wenn es Abstimmungskampagnen gäbe, niemals irgendjemand auch nur annähernd Wichtiges seine Telefonnummer, gar seine Handynummer, auf einer Website veröffentlichen. Nie. In der Schweiz wird das immer wieder gemacht, weil die Leute offenbar keine schlechten Erfahrungen damit machen, sonst würden sie es ja lassen. Und jetzt kommt Facts und sagt: “Sehr gefährlich, unsere entspannte Kultur!”

In einem Textkasten steht dann irgendwann in der Mitte des Artikels:

Das kann jeder

Die im Artikel verwendeten persönlichen Daten, Adressen, Telefonnummern und Kartenausschnitte stammen von kostenlos und ohne Passwort im Internet einsehbaren Sites. Alle User haben auf diese Informationen freien Zugriff. Verzeichnisse, Datenbanken und Register, die lediglich gegen Bezahmg und mit geschütztem Zugang offen sind, wurden nicht verwendet.

Diesen Ansatz finde ich soweit ja ganz gut. Abgesehen davon, dass sie nur müde “Tricks” kennen, die auch nur halbwegs versierte Leute gar nicht als solche bezeichnen würden.

Problematisch wird es dann im weiteren Verlauf des Textes. Dort kommen die unvermeidlichen Geschichten von bösen Websites, bei denen man sich überall registrieren muss, und von den Kreditkartendaten, die man dabei hinterlassen soll — was allerdings gar nichts mit dem visible Web für Google zu tun hat, auf das man sich eigentlich beschränken wollte. Und natürlich kommen auch noch die “so genannten Cookies auf dem heimischen Rechner, die das Surfverhalten ausspionieren” zu ihrem Auftritt:

Fachleute entwerfen unschöne Szenarien, zum Beispiel: Wer eine Lebensversicherung abschliessen möchte und kurz zuvor zur HIV-Infektion eines Freundes online recherchiert hat, bekommt in Zukunft vielleicht nur noch ein sehr ungünstiges Angebot von den Versicherern unterbreitet.

Das müssen ja schöne Fachleute sein, die sie da gefragt haben. Diese falsche Wiedergabe davon, was Cookies sind und was sie machen, schreibt wohl der eine Journalist vom anderen ab — richtiger wird sie dadurch nicht.

Fazit: Der Artikel ist zur Hälfte “Guckt mal, was wir können!”, wobei ich vermute, dass die Redaktion wirklich denkt, sie hätte da tolle Sachen entdeckt. Die andere Hälfte ist das übliche Gemenge von Halbwahrheiten, wobei man als etwas fachkundiger Leser nicht sagen kann, ob es Unwissenheit, Ignoranz oder gezielte Desinformation ist. Der einzige aus meiner Sicht wirklich relevante Punkt, den sie machen — Leute, überlegt Euch gut, was Ihr ins Netz stellen wollt, denn wenn es einmal da ist, kriegt man es praktisch nicht mehr weg — geht dabei leider unter.


Artikel-Reaktionen: Fünf Leserbriefe

Habe die fünf Leserbriefe auch ins Forum gestellt.


Artikel-Reaktionen: Einstiegshilfe

Sollte am heutigen Samstag jemand anfangen, sich aufgrund der Offline-Reaktion auf den Tagimagi-Artikel (Leserbrief) mit den Online-Reaktionen beschäftigen zu wollen, hier eine kleine Einstiegshilfe:

Wir haben ein Diskussionsforum eröffnet unter nutzbar.jot.com. Wer uns über den Leserbrief gefunden hat, war dort schon, denn das war die angegebene Adresse. Update: Na ja, fast. Der Korrektor meinte offenbar, vor jede Webadresse muss ein www, also steht dort jetzt www.nutzbar.jot.com. Funktioniert zum grossen Glück auch, was nicht selbstverständlich ist, sondern der Voraussicht der Macher von JotSpot zu verdanken, dem Anbieter, bei dem wir das Diskussionsforum hosten. Gleich auf der Einstiegsseite steht dort auch eine Chronologie der letzten beiden Wochen mit den entsprechenden Links.

Bisher sind rund 50 Diskussionsbeiträge verfasst worden, etwa gleichviel im Forum, verstreut über einige Schweizer Blogs und schliesslich noch unter den jeweiligen Blog-Einträgen mit Hilfe der Kommentarfunktionen.

Wer nun in der “Blogosphere” (Kunstwort aus “Blog” [kurz für "Weblog", was wiederum ein Kunstwort aus "Web" und "log", Tagebuch, ist] und “sphere”, Sphäre), also der Summe aller Blogs, nach Reaktionen suchen will, macht das am besten über eine darauf spezialisierte Suchmaschine wie Technorati. (Wem aus Gewohnheit Google lieber ist, der findet auch dort eine Blogsuche, die ähnlich funktioniert.) Bei Technorati kann man sowohl nach Stichworten als auch nach Internet-Adressen suchen. Gefunden werden jeweils Blog-Einträge, die den Begriff beinhalten oder auf die Adresse verweisen.

Beispiel in diesem Zusammenhang: Technorati-Suche nach “Mingels”: http://www.technorati.com/search/Mingels.

Wer es gern weniger technisch mag und einfach gut und schnell hintereinander Klick/Zurück kann, für den sind einige Beiträge (ohne Anspruch darauf, dass das die wichtigsten sind!) hier nochmal verlinkt:

Im Forum kann jeder mitdiskutieren. Wir freuen uns!


Zeitgemässe Anpassung und/oder Logo-Geschwurbel

Die neuen Logos vom Schweizer Fernsehen sind da. Zwei Dinge stechen ins Auge. Erstens sind sie überraschend simpel, zumindest die “SF”-Hälfte. Und zweitens sind sie überraschend unterschiedlich.

persoenlich.com hat die ganze Geschichte: SF Schweizer Fernsehen: Das neue Erscheinungsbild.

Update 29.10.: persoenlich.com ist offline. Aber total offline, mit einer Fehlermeldung, die ganz ernst aussieht, als hätten sie eine Rechnung beim Registrar der Domain nicht gezahlt oder so. Ersatzweise hilft eine Google-Suche.

Und natürlich auch tolle Statements. So wie:

Alex Hefter: “Das jetzige, rund zwölfjährige Erscheinungsbild trägt den Anforderungen eines modernen Medienunternehmens an eine stringente Markenführung nicht mehr Rechnung. Die Programmstrategie des Schweizer Fernsehens — zwei Programme auf zwei Kanälen –, erfordert auch eine klare und unterscheidbare Positionierung von SF1 und SF2 mit zielgruppenspezifischen Erscheinungsbildern.”

Zwei Programme auf zwei Kanälen? Ach so. Ja, da muss man natürlich dann schon reinhauen, logomässig, um diese komplexe Konstruktion dem Zuschauer zu vermitteln.

Update 29.10. Im NZZ-Artikel (schnell lesen, eh er verschwindet) versteht man deutlich besser, was er meinte: “Statt wie bisher als ein Sender auf zwei Kanälen positioniert, sollen künftig zwei voneinander völlig unabhängige Programme auf SF1 und SF2 laufen.” Aha. Das ist allerdings ein relevanter Unterschied.

Ich find’s immer noch schwierig mit diesem ganzen CI-Geschwurbel. Einerseits sehe ich ein, dass man es machen muss, um auf der Höhe zu bleiben, und die die heutigen SF-DRS-Logos sehen wirklich nicht mehr ganz zeitgemäss aus.

Sowieso bin ich nicht derjenige, der findet: “Waas, die Migros gibt 50 Millionen aus für ein neues Logo, und es merkt nicht mal einer?” Das finde ich wirklich nicht, auch wenn der Unterschied alt/neu nicht nicht gross war wie bei Coop zwei Jahre früher. Muss ja auch nicht. Opel hat seit 1964 den Blitz, und den haben sie auch schon fünfmal gefaceliftet; man sieht den Unterschied sehr deutlich (habe leider gerade keinen Link), aber es ist immer noch der gleiche Blitz.

Andererseits, eben, immer dieses Markengesülze:

Mit den Mottos “Bei SF1 fühlst Du die Schweiz“und “Bei SF2 fühlst Du die Welt” werden diese Profile von Hefter umschrieben.

Also, wenn ich mir das heutige Programm von SF2 anschaue, da fühle ich die Welt noch nicht soo doll durchdrücken. Aber das wird dann ja sicher auch anders, wenn das neue Logo drüberklebt. (Immerhin, um 1.35 kommt die dritte Staffel von Six Feet Under, das empfehle ich jedem, der dann zufällig wach ist.) Aber nochmal im Ernst: SF1 soll ein bisschen Schweizerischer positioniert werden als SF2. Klingt doch durchaus sinnvoll. Trotzdem fehlt mir dann der Zwischenschritt: Wie kommt man von dort zu dieser Trapez-1 für SF1 und dem Bastel-Wort mit dem Typographiefehler für SF2? Kann mir mal einer die Folie zeigen, auf der dieser Zusammenhang erklärt wird?

Gut fand ich noch diesen Kommentar von Elmar Mühleder von Wirz Corporate:

Leider lässt die technisch anmutende Umsetzung die Raffinesse vermissen, die man von einem “modernen” Medienunternehmen erwarten dürfte. Das vermeintliche Vorbild “ZDF“, hat seinerzeit mehr Mut und Vision bewiesen.

(persoenlich.com, sind Eure stets wechselnden Anführungszeichen eigentlich auch ein CI-Element?)

Das stimmt. Was war das ein Aufruhr, als das ZDF 2001 sein neues Erscheinungsbild vorstellte, mit dem “Z” als “2″. Ich habe damals einen vernichtenden Kommentar gelesen, das Logo würde flugs veraltet wirken, der befragte “Experte” gab ihm “keine drei Jahre”. Vermutlich nur einer, der den Auftrag auch gern gemacht hätte.


Leserbrief von inside-it

Wow, mein erster echter “Leserbrief” ist eingetroffen. War schon drauf und dran zu posten, dass der Unterschied zwischen mir und Annik Rubens ist, dass wenn die im Podcast sagt: “Schreibt mir doch mal in die Comments, wie bei Euch das Wetter ist” (oder etwas vergleichbar Banales), dann machen das 50 Leute, während sich bei mir auch bei ganz konkreten Fragen nur jemand meldet, wenn es einen technischen Fehler gibt. Das wiederum ist natürlich auch ehrenvoll und unverzichtbar.

Also, auf mein Posting Der Newsletter von inside-it.ch schreibt der Herausgeber Christoph Hugenschmidt untendrunter einen differenzierten Kommentar. Danke. Ich erlaube mir, da es schon zwei Wochen her ist und wohl die wenigsten den neuen Kommentar-Feed abonniert haben, in einem neuen Beitrag zu antworten.

Lieber Peter
Herzlichen Dank für Deine Besprechung von inside-it.ch. Wir nehmen Deine Kritik ernst.
Schade, dass Du uns nicht einen Link auf Deine Kritik gesandt hast. Dann hätten wir eher reagiert.

Lieber Christoph (Ich kannte ihn übrigens bisher nicht.)
Ich kann ja nicht allen einen Link schicken. In den letzten Tagen habe ich hier iTunes, Harald Schmidt, Gmail, die Post etc. besprochen. Soll ich allen Bescheid sagen? Das sieht doch aus wie Hardcore-Akquise. Nein, wenn jemand interessiert ist, wie er im Netz repräsentiert ist, dann findet er sich schon irgendwann. Zugegeben, bei Blogs wäre “sofort” besser. Tja. Das kann ich Dir nicht abnehmen. Google Alert setzen? Habe ich auch für “Zeix” und “Peter Hogenkamp”, und abgesehen davon, dass er je nach CMS manchmal Zeug mehrfach schickt, funktioniert es sehr gut. Ist halt nicht so schnell wie die Alternative Technorati Watchlist, aber der traue ich noch nicht so ganz.

html-Mails mögen wir aus bestimmten Gründen nicht. Unter anderem, weil nicht alle E-Mail-Clients sie überhaupt zulassen.

Halb akzeptiert. html als Option bei der Anmeldung? Zugegeben, dann liest man es heute am PC und morgen auf dem PocketPC, und schon ist es wieder Mist. Was ist denn mit Multipart? Habe bisher nur in Pitches gehört, aber noch nie live gesehen, es sei denn, ich hätte es nicht gemerkt, weil es so toll funktioniert. Was ich einfach sagen will: Wenn Euer ganzes Business zu einem nicht unerheblichen Teil auf dem Newsletter basiert, müsst Ihr bei solchen Themen fitter sein als ich. :-) Und halt mehr Aufwand treiben als der 08/15-Newsletter. nemuk zieht nächsten Monat auch in die Kanzleistrasse, lad mal Qris Riner zum Kaffee ein, der weiss das doch alles im Schlaf.

Die Sache mit den Abständen stimmt - bei E-Mail-Clients, die default-mässig html erwarten. Aber die Mäuse haben heutzutage doch Räder, nicht?

Klar haben die Mäuse Räder. Aber ist trotzdem besser, wenn man keine Repetitive Stress Injury im Zeigefinger bekommt, weil Euer Newsletter so lang ist. Finde ich.

Die offen liegenden Links (”noise” in Deiner Lingo) sind bewusst so. So kommen sie in jedem Fall und mit jedem E-Mail-Client durch. Wir haben uns das so ausgedacht. Falsch?

Nee, aber nicht besonders usable. Dieses ganze Web ist technisch noch nicht so weit gekommen, dass die URL überhaupt keine Rolle spielen würde. Und bei Euch könnte sie einem einen zusätzlichen Hinweis auf den Inhalt geben, zumal wenn die Überschrift kryptisch ist, s.u., aber das macht sie nicht. Auch wenn ich im Browser am nächsten Tag http://www.inside-it.ch zu tippen anfange und eine halbe Sekunde warte, werden mit AutoComplete vier URLs vorgeschlagen: http://www.inside-it.ch/articles/4929, http://www.inside-it.ch/articles/4937, http://www.inside-it.ch/articles/4943, http://www.inside-it.ch/articles/4944. Welches davon war nochmal der interessante Artikel, den ich dringend einem Freund weiterleiten wollte? ;-)

Mit Signal-to-Noise-Ratio meine ich etwas anderes. Das ist eine etablierte Grösse, glaub eigentlich in der Nachrichtentechnik. Die Definition bei Wikipedia ist leider entsprechend technisch, aber bei answers.com steht der Zusammenhang, den ich meine: «As a Metaphor: The terms “signal” and “noise” are also used in chat rooms and Usenet discussions to refer to “meaningful discourse” versus “worthless blather.” Of course, the latter is always a subjective opinion.”» Für unsere Zwecke übersetzt: Es ist mühsam für den Leser, wenn er sich aus relativ viel Zeichen-Zeug die wenigen für ihn sinnvollen Inhalte herausfiltern muss. Zeug sind bei Dir z.B. die URLs (und wiederum die Leerzeilen), denn die tragen fast keine für den User sinnvolle Information, ausser dem Fünkchen, dass man weiss, dass man immer auf Eure Site geleitet wird und nicht etwa jedesmal woandershin.

Zu den Titeln: Kritik akzeptiert. Wir haben noch zu viele “rätselhafte” Titel. Andererseits haben wir viele LeserInnen, die genau das loben und mögen. Die Sache mit den Titeln ist eine Gratwanderung, auf der wir mal auf die eine (laaaangweilig), mal auf die andere (ich komm nicht draus) Seite kippen. Wir arbeiten dran, versprochen.

Na ja. Wenn man Leser hat, die Rätselraten toll finden und dafür Zeit haben. Ich habe 50 Subscriptions in Bloglines, und die Postings wollen auch alle gelesen werden, und die meisten buhlen mit verständlichen Titeln um meine Gunst.

Müsst Ihr letztlich selbst wissen. Ihr seht ja auch an den Clickthroughs, was zieht. Vielleicht liege ich total daneben und Rätsel-Headlines sind der Traffic-Magnet.

Das erste Beispiel, das Du erwähnst, (Nie mehr verschlafen), ist allerdings grad falsch. Das ist die “Freitagabend-Nachricht” - eine Kolumne, wie sie auf Nachrichtenseiten in der ICT-Szene selten und geschätzt ist. Und die hat immer rätselhafte Titel. Mein Favorit: The Good, The Bad and the Will http://www.inside-it.ch/articles/1103

Ahso. Da habe ich leider das Seminar verpasst, in dem der ganze Rest der Schweizer IT-Szene, als war geschult wurde, dass die Freitagabend-Nachricht immer rätselhaft ist. Sorry. :-)

Aufgefallen ist mir, dass Du inhaltlich nicht Stellung beziehst. Ob unsere Themenwahl gut oder schlecht ist, ob wir Stories recherchieren oder nicht, ob wir Sachen haben, die andere nicht bringen. Darüber sagst Du nichts. Was ich schade finde.

Doch, habe ich, allerdings für meine Verhältnisse sehr knapp: “Habe durchaus Bedarf an der präsentierten Information.”

Ich mach ja hier einen Usability-Blog und kein IT-Nachrichtenwatch. Und wie gesagt, ich hatte den Newsletter damals rund eine Woche, da war es mir einfach noch zu neu, um was dazu zu sagen.

Aufgefallen ist mir seitdem Euer Stil, Nachrichten teilweise auch “Blog-ähnlich” in einen Kontext zu stellen und zu kommentieren, zum Beispiel in 2,3 Millionen Arbeitslose wegen Weblogs. Das ist sicher pfiffig gemacht, aber man könnte sich die Frage stellen, ob hier nicht Nachricht und Kommentar zu eng verzahnt sind. Weil es ja auch einen geben muss, der die Nachrichten emotionslos nackt präsentiert, damit sie eben die anderen dann kommentieren können. Vielleicht seid Ihr ja im Geiste ein Blog, der nur als Newsletter daherkommt. :-)

Aber wie gesagt, das weiss ich selbst nicht. Ich behalte das mal im Hinterkopf und sag’s Dir dann.


Wie würde Seth Godin Zeix verkaufen?

(Um die kommunikative Herausforderung zu verstehen, sollte der/die geneigte Leser/in wissen, was User Centered Development ist, oder das Vorgänger-Posting Von Usability-Testing zu User Centered Development gelesen haben.)

Kann man nun also User Centered Development in einem Satz erklären? Man muss! Obwohl der potenzielle Kunde nicht danach sucht, sondern z.B. nach “Usability”. Also muss man das Thema Usability auf einer Seite, oder auch nur in vier Zeilen, so verdeutlichen, dass der Kunde idealerweise sowohl merkt, dass wir kompetent sind, auch wenn er “nur” eine Testserie will, aber auch, dass wir ihm mit mehr helfen können als nur mit einen Test. (Die oben verlinkten Texte von zeix.com sind übrigens im Kern fast so alt wie die Firma. Keine Entschuldigung — sondern es dokumentiert unser Ringen mit dem Thema, und welche Mühe wir haben, uns auf etwas zu einigen, das es besser beschreibt. So lange bleibt halt das alte erstmal stehen. Aber bald machen wir mal was Neues… :-)

Auch vor ungefähr drei Jahren durften wir mal ein “Füllerinserat” machen. Das musste daher ziemlich schnell gehen. Die obere Hälfte sah so aus:

Grundsätzlich funktioniert die Aussage, denke ich. Wie wir auf das “@” in der Mitte gekommen sind, weiss ich auch nicht mehr genau. :-)

Wichtiger ist der Text darunter (hier nicht im Bild). Vor zwei Jahren schalteten wir dieses Inserat im Ehemaligenverzeichnis von HSG Alumni. Mit diesem Text unter den beiden Zielscheiben:

Zeix Usability Assessments bringen Ihre Website auf Erfolgskurs.

Auf Basis von Tests und Expertisen erhalten Sie Fakten über Wahrnehmung, Verhalten und Präferenzen Ihrer Kunden sowie direkt umsetzbare Verbesserungsvorschläge für Interface-Design und Web-Strategie. Das Ergebnis: Mehr und besser orientierte User und ein besser funktionierendes Business-Modell.

Besuchen Sie uns unter www.zeix.com/usability oder sprechen Sie mit Peter Hogenkamp unter +41 1 247 78 78.

(PDF des ganzen Inserats)

Soweit also der Stand 2003. Aber die Zeit ist ja nicht stehen geblieben seitdem, und unser Angebot auch nicht. Das Verzeichnis erscheint alle zwei Jahre, die neue Ausgabe geht in ein paar Tagen in Druck. Eine neue Version des Inserats ist also fällig. Wir waren mal wieder spät dran, also entschieden wir heute, halt nochmal dasselbe Sujet zu nehmen und nur den Text zu ändern. :-)

Ein Vorschlag von heute morgen:

Zeix bringt Ihre Website auf Erfolgskurs

Usability-Assessments: Auf Basis von Usability-Tests und Expertisen erhalten Sie Fakten über Wahrnehmung, Verhalten und Präferenzen Ihrer Kunden. User Centered Development: Für neue Anwendungen oder Redesign-Projekte entwickeln wir mit Ihnen das inhaltliche und funktionale Konzept, die Informationsarchitektur und das funktionale Design: strategiekonform und kundenfreundlich. Das Ergebnis: Weniger Umsetzungs- und Betriebskosten, längerer Produktelebenszyklus, mehr zufriedene und besser orientierte User.

Besuchen Sie uns unter www.zeix.com oder sprechen Sie mit Peter Hogenkamp unter +41 44 247 78 78.

Eigentlich wollte ich mich raushalten. Aber dann fiel mir Seth Godin ein. Seine Bücher und sein Blog bringen mich immerhin zum Nachdenken. OK, viele seiner Weisheiten sind eher gut verkaufte Platitüden. Aber nicht nur. Denn schon, wie er sich selbst vermarktet, ist das beste Beispiel dafür, dass es funktionieren kann. Ist zum Beispiel das hier ein Gemeinplatz?

“For a long time, the web has been about more. More links, more traffic, more hits, more choices. In the face of all that more, many sites (and most surfers) are not getting what they want. This free ebook proposes a different way of achieving your goals: less.”

(aus: The next free ebook (Squidoo!) – PDF am Ende seines Posts verlinkt)

Natürlich ist es etwas dünn. Aber passt es nicht auf unseren Text unter dem Inserat? Wir wollten ALLES in vier Zeilen packen. Kann das funktionieren? Wie erklärt man das, wofür ich hier 2500 Zeichen gebraucht habe, in vier Zeilen? Vor allem, wie gesagt, wie erklärt man es kurz angesichts der Tatsache, dass unsere Dienstleistung in den letzten Jahren immer umfassender geworden ist? Wie würde Seth Godin Zeix verkaufen?

Am Ende haben wir das hier in Druck gegeben:

Mit Zeix treffen nicht nur Ihre User besser ins Schwarze.

Durch «User Centered Development» beziehen wir das Verhalten und die Präferenzen Ihrer User in den Entwicklungsprozess ein und testen alle Entwürfe schon in der Konzeptionsphase.

So haben es alle leichter: Ihre Techniker, die Ihre Website umsetzen. Ihre Mitarbeiter, die die Inhalte pflegen. Ihre Projektleitung, die keine Überraschungen erlebt. Und Ihre Kunden, die schneller ans Ziel kommen.

Erfahren Sie mehr über User Centered Development auf www.zeix.com oder sprechen Sie mit Peter Hogenkamp unter +41 44 247 78 78.

(PDF final)

OK, der Text hat Kanten, zweimal “alle” fast hintereinander, und noch ein paar Stellen, die man noch etwas schöner texten könnte. Aber das ist nicht der Punkt. Sondern der, dass wir unseren ganzen Output, auf den wir doch immer so stolz sind, weggelassen haben. Konzept, Informationsarchitektur, funktionales Design etc. etc. — alles raus.

Funktioniert das wirklich besser? Keine Ahnung, es ist nicht mal gedruckt. Natürlich muss man die Details dann auf der Website bringen. Aber ich fühle mich besser damit. Weniger könnte mehr sein, trotz allem.

Wir bleiben dran. Aber erstmal danke, Seth.


Von Usability-Testing zu User Centered Development

Hatte etwas geschrieben, was deutlich zu lang war für ein einzelnes Posting. Habe es jetzt zweigeteilt. Trotzdem, wer sich nur für Usability an sich und nicht für die Usability-Branche interessiert, darf morgen wiederkommen. :-)

Anfang 2001 haben wir bei Zeix angefangen, Usability als Standalone-Dienstleitung anzubieten. Erschreckend viele Internet-Verantwortliche hatten damals noch gar nichts davon gehört. Andere meinten zu wissen: “Usability = Testing”. Das blieb aber für uns nur in den ersten beiden Projekten so. Wir erkannten schnell, dass unsere Kunden nicht nur eine Fehlerliste brauchen, sondern basierend auf den Testergebnissen konkrete Verbesserungsvorschläge. Also haben wir die angebracht, zuerst nur skizzenhaft (”hier könnte man stattdessen eine Maske ähnlich wie XYZ.com machen”), dann immer konkreter (”hier unser Vorschlag für die neue Maske”).

Nicht selten kam jedoch dann die Webagentur der Kunden (befreundete oder solche, die das hier mitlesen, natürlich ausgenommen) und machte beim Umsetzen so schlimme neue Fehler rein, dass uns beim ersten Besuch der Site nach dem Launch das nackte Entsetzen packte. Wir erkannten, dass wir besser recht genaue Spezifikationen abliefern sollten, damit wirklich nichts schiefgeht. Von dort aus war es dann nur noch ein Schritt dorthin, dass wir selbst auch entwickelten, zunächst meist in Folgeprojekten von Tests. Natürlich immer unter Einbezug der User, in Iterationen. Breit, aber gleichzeitig recht detailliert. Am Ende hübsch anmalen und das CMS aufsetzen machen weiter die Agenturen, wobei es mit denen, die auch Konzepte anbieten (was ja die grossen alle machen), natürlich nun merkliche Überlappungen gab.

Für das ganze gibt es natürlich auch ein griffiges englisches Wort, nämlich “User Centered Design”; damit man es eben nicht mit Anmalen verwechselt, ist noch besser: “User Centered Development”. Es gibt sogar dazu die ISO-Norm 13407 (Wikipedia, ISO).

Und so sieht das als Folie aus:

So weit, so gut. Nur: Nicht wenige Internet-Verantwortliche denken bis heute nur, wenn sie Usability hören, an Testing kurz vor dem Launch. Leider ist es am Ende natürlich oft schon zu spät. Selbst wenn man alle Fehler findet, hat man kein Budget und keine Zeit mehr, noch etwas zu ändern. Es ist also nicht nur die Lust auf höhere Budgets, die uns antreibt, wenn wir dem Kunden zu User Centered Development raten, sondern unsere feste Überzeugung, dass es keine sinnvolle Alternative gibt.

Wer also heute “Usability” sagt, kann ganz verschiedene Dinge meinen. Einerseits die Qualität an sich, andererseits Projekte (und Anbieter), die reichen von “Wir haben einen bei uns, der nochmal draufschaut und darauf achtet” bis zu “Unser ganzer Entwicklungsprozess ist auf den Einbezug der späteren User ausgerichtet.”

So weit die Ausgangslage für die Kommunikation. Siehe dazu auch den nächsten Beitrag Wie würde Seth Godin Zeix verkaufen?


iSchmidt - nicht nur mit inhaltlichen Schwächen

Wie gesagt, als ich vor ein paar Monaten irgendwo von “iSchmidt” las, aber Podcasts noch nicht so aktiv verfolgte (schon gar nicht Sachen, die direkt auf iTunes verlinkt waren, was ich damals nach einem kurzen Versuch wieder deinstalliert hatte, aus Prinzip natürlich, wegen vermeintlicher oder realer Proprietarität), dachte ich, das sei das tägliche “Best of Schmidt”, einfach als Nur-Audio-Podcast, wie die Tagesschau. Der Ausschnitt, den es auch online als Video gibt (rechts in der Sidebar) und der machmal auch ganz plötzlich im Vorabendprogramm der ARD auftaucht (oder hat das System?).

Stimmt aber nicht. iSchmidt (es gibt doch eine HMTL-Seite ausserhalb von iTunes, hab sie gestern nur nicht gesehen) ist einfach Harald Schmidt, wie er in einem Studio sitzt und zehn Minuten lang was erzählt, in der Regel einmal wöchentlich. Also etwa wie seine Focus-Kolumne, von der ich gar nicht wusste, dass er sie noch schreibt. Die finde ich, na ja, ganz ok, aber bei weitem nicht so bemerkenswert, dass ich sie schon einmal bewusst gesucht hätte. Wenn ich mal ein Focus irgendwo gratis kriege, finde ich sie irgendwann beim Blättern, oder nicht. Auch wenn man ihn rausliest, Schmidt kommt halt ohne Stimme irgendwie nicht gleich gut. Deswegen also jetzt iSchmidt.

Erstmal ein Wort zum Titel, “iSchmidt”. Das ist doch New-Economy-Branding, das macht man doch heute gar nicht mehr. Wer in iTunes etwas von “Harald Schmidt” will, der gibt genau das ins Suchfenster ein, aber sicher nicht iSchmidt. Die Online-Dual-Branding-Ansätze sind alle wieder verschwunden. (Oder kann sich noch jemand an Pathfinder vom Time/Warner erinnern? Die Site ist noch da, aber nur noch als Linksammlung, das Experiment ist lange vorbei.)

Und noch ein kurzer Einschub, über die ganzen multimedialen Aktivitäten hatte Schmidt auch im jährlichen Spiegel-Interview im Mai (€) gesprochen:

SPIEGEL: Sie würden auch vor einem Schmidt-Handyklingelton nicht zurückschrecken, wenn es Geld brächte.
Schmidt: Passt leider nicht zur Marke, haben mir die Mobilfunkbetreiber erklärt. Aber Content zum Streamen und Downloaden ist das Zauberwort. Ich versteh das alles nicht, rede aber inzwischen bedeutend mit bei den Meetings und Pitches.
SPIEGEL: Ihr neuester Gag kommt künftig gleich aufs Handy?
Schmidt: Es muss nicht mal mehr ein Gag sein. Und wenn da reklametechnisch die eine oder andere Brosame für mich abfällt - ich nehme alles, und zwar von jeder Altersgruppe. Seit Jahren predige ich: Vergesst die jungen Leute, die eh kein Geld haben! Glaubt an meine Generation, die gespart und geerbt hat und sich nun für große Handytasten und Bieretiketten jenseits der Blindenschrift interessiert! Aber selbst die ARD ist verrückt nach 14- bis 49-Jährigen …

Aha. Ist doch eine ganz lustige Vorstellung. Wenn man prominent ist und/oder Content hat oder machen kann, kommen also ständig Leute vorbei und pitchen rum. “Die knallharten, coolen Jungs von Apple”, sagt er am 29. September in den 30 Gratis-Sekunden (mp3, 453 kB, falls jemand kein iTunes hat), haben sich das ausgedacht. Was die sich ausgedacht haben, ist, dass Schmidt allein in einem Raum sitzt und lustige Sachen erzählt. Ohne Publikum. Vermutlich auch ohne Schreiber. Wie gesagt, 30 Sekunden sind jeweils gratis, und die coolen Jungs schneiden natürlich so, dass es einen Cliffhanger gibt. Wie hier am 6. Oktober (mp3, 508 kB). (Das mit dem “Hallo” statt “Guten Tag” ist mir auch aufgefallen über die letzten Jahre.) Die Frage ist nun, ist es mir €0.99/CHF 1.50 wert, zu wissen, wer diese Frau ist, die von der “brutalen Mediengesellschaft dazu verdammt ist, forever 15 zu sein”. (Ich weiss es nicht, habe den anderen gekauft. Franziska van Almsick vielleicht?)

Ob das ein gutes Angebot ist, will ich nicht mal beurteilen. Im Fernsehen kriege ich ihn zweimal 30 Minuten gratis, und dann soll ich für zehn Minuten tendenziell schlechteren Content zahlen? Ich weiss nicht. Immerhin, die Folge vom 29. September ist das einzige, was ich bisher bei iTunes gekauft habe. War sogar halbwegs lustig, wie er von einer ellenlangen Story in der “Bunten” über Yvonne Catterfeld und Wayne Carpendale redet und dabei letzteren die ganze Zeit nur “WC” nennt.

Nun aber endlich zur Usability. Was wir vor dem Kauf von iSchmidt zu sehen bekommen, sind die oben schon erwähnte html-Seite, die Suchergebnisse, wenn man “iSchmidt” eingibt:

und die “iSchmidt-Homepage” im Bereich Music Store vom iTunes-Client:

iTunes Schmidt Homepage

Beide Seiten sind irreführend und unbrauchbar.

  1. Wieso steht das in Hörbücher und nicht in Podcasts? Kann iTunes keine kostenpflichtigen Podcasts und muss daher tun, als wäre es ein Buch? Das inhaltliche Format sollte relevant sein für die Kategorisierung, nicht das Geschäftsmodell.
  2. Irreführend ist die Seite, weil da immer Schmidt in seiner Show abgebildet ist, d.h. vermutlich wird jeder erstmal denselben Fehler machen wie ich und denken, das sind Ausschnitte aus der Sendung.
  3. Neben dem (aus o.g. Gründen irrelevantem) Foto nur der Titel immer gleich, es ändert sich nur das Datum. Wenn man mal eine Ausgabe runtergeladen hat, wie soll man nur anhand des Datums wissen, welche das war? (Abonnieren kann man ja nicht, ist ja kein Podcast, sondern ein Hörbuch.)
    Wieso steht da nicht eine Beschreibung wie “29.09.2005: iSchmidt im Büro - Philipp Rau - Evil Hasselhoffs Nudel - Kate Moss in der Entziehungsklinik - Yvonne Catterfeld und WC - Katie Holmes schwanger - ” und so weiter. Hätte vielleicht auch noch den positiven Effekt, dass Leute denken würden, oh, Evil Hasselhoff, das muss ich hören.

Das finde ich enttäuschend und bei weitem nicht so iTunes-cool, wie ich dachte. Wie gesagt, ich weiss nicht, wie vielen Leuten der Content das Geld wert wäre, aber so werden es weniger sein, als wenn man es besser präsentieren würde.

PS. T-Online hat auch noch ein “T-Online Harald Schmidt Special”, das wurde mir jetzt zuviel des Guten.


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Das hatte ich nur am Wochenende gesehen:

Ich möchte dem Autor Peter Maass zu seinem ausgewogenen, transparenten und verständlichen Bericht zum Thema der globalen Erdölreserven gratulieren und auch danken. Endlich wird der auf uns zukommenden Problematik – um nicht zu sagen Dramatik – auch in den allgemeinen Printmedien Raum gegeben. Hingegen muss ich einmal mehr feststellen, dass der Artikel kein Wort zum Thema Treibhauseffekt und Klimawandel enthält. Klar, der Text befasst sich mit der Frage der Reserven. Aber wie vielen Leuten auf der Erde ist eigent1ich klar, dass diese Frage nur eine von zwei untrennbar miteinander verbundenen Aspekten ist? Der anthropogen verstärkte Treibhauseffekt mit dem damit verbundenen globalen Klimawandel ist eine direkte Folge des gigantischen Verbrauchs fossiler Ressourcen. Die im Artikel von Peter Maass aufgeworfenen Fragen zur drohenden Energiekrise sollten also jeweils zusammen mit dem Aspekt des sich anbahnenden globalen Strukturwandels als Folge des Klimawandels besprochen werden. Klar können wir die Erdöl- und Gasreserven bis zum letzten Tropfen nutzen. Die Natur wird’s überleben. Zum Beschrieb der Auswirkungen auf die globalen Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen hingegen fehlt uns – gemäss der Formulierung eines Berner Uni- Professors – schlicht die Fantasie. Ich frage mich, wann es für Politiker opportun wird, langfristig zu denken. Oder wäre da nicht sowieso deren Aufgabe?

Urs Grossenbacher, Murten

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Will mich nicht in das Subthema Länger verbeissen, aber der ist praktisch aufs Zeichen genau gleich lang wie unserer.


Ein paar Podcasts probegehört

OK, ich gebe es zu, man braucht schon einen iPod, um die User Experience von Podcasts richtig zu testen. Ein paarmal vor dem PC etwas angeklickt, wo man dann aber sowieso keine Ruhe hat, es durchzuhören, ist nicht das gleiche.

Natürlich bin ich mit den Vorschlägen von Andreas eingestiegen, “damals”, vor zwei Wochen, aber ich habe auch noch ein paar andere gefunden.

USA

  • Engadget Postcast http://podcasts.engadget.com/
    ist einfach cool. Das muss man erstmal hinbekommen so wie die beiden (Peter Rojas, Ryan Block), dass so klingt, als würden sie einfach locker eine halbe Stunde vor sich hin plaudern. Dabei schneiden sie durchaus auch. Letztens fuhr mal ein Polizeiwagen vor der Tür vorbei, und beim nächsten Satz war er plötzlich weg. Aber sie schneiden einfach gut, indem man es meist nicht hört.
  • Business Week Cover Story http://www.businessweek.com/search/podcasting.htm
    finde ich auch recht gut. Das hätte der Editor in Chief John Byrne bei seiner Berufswahl auch nicht gedacht, dass sein leichter Sprachfehler mal relevant sein könnte. :-) Aber sie machen es ganz gut. Da er jede Woche ein anderes Mitglied der Redaktion bei sich hat, meist den/die Autor/in der aktuellen Cover Story, ist die Qualität unterschiedlich, weil die Leute eben unterschiedlich mit dem gesprochenen Wort umgehen können. Manchmal ist es ganz locker, manchmal antworten die Gäste aber auch, bevor er die Frage überhaupt richtig gestellt hat, was zeigt, dass alles vorbesprochen und eingeübt ist. Das ist ein bisschen schade, weil man doch immer will, dass alles so spontan ist.
  • Arnold Schwarzenegger http://www.governor.ca.gov/state/govsite/…/podcast.html
    “Governor Arnold Schwarzenegger’s weekly radio address”. Erste Erkenntnis: Der spricht wirklich so, immer noch. Zweite: Er nennt die Dinge recht drastisch beim Namen, in einer Art, wie man sie von einem hiesigen (D/CH) Politiker nie hören würde, diesmal zum Beispiel den Einfluss der Öl-Lobby auf eine Initiative zur Solarenergie. Andererseits, ehrlich gesagt, fürs wöchentliche Hören sind die Themen irgendwie doch zu weit weg.
  • Wall Street Journal via audible.com (kann man nicht direkt verlinken wegen Session ID und doofem Zeugs)
    Ich habe schon vor ein paar Monaten mal bei audible.com subscribed, aber irgendwie mit meinen alten MP3-Playern nie angefangen zu hören, obwohl es $14.95 im Monat kostet und man es natürlich auch hätte draufkopieren können. Da ist der iPod schon ungeschlagen, siehe oben (aber nicht unschlagbar). Das konnte ich also jetzt endlich mal richtig ausprobieren. Habe mich bei der einen Newspaper Subscription, die inbegriffen ist, natürlich für das Wall Street Journal entschieden. Ehrlich gesagt, ich habe es bisher nur zweimal gehört, aber ich fand es eher anstrengend. Vorgelesene Texte aus der Zeitung zu hören ist einfach etwas anderes als so lockere Plaudereien wie die oben genannten. Ich denke, die Informationsdichte ist durch die für Print geschriebenen Texte sehr hoch, deswegen muss man sehr genau zuhören. Auf Deutsch wäre das sicher einfacher, aber ich denke nicht, das es an meinem Englisch liegt, der Unterschied ist doch sehr gross. WSJ hören ist mehr wie Arbeit, die anderen sind Vergnügen. Aber ich probiere es noch mal, vielleicht gewöhne ich mich ja dran.

DE

  • Filme und so http://www.filmeundso.de/
    ist tatsächlich nett. Finde es vor allem lobenswert, wie sie auch die Website pflegen mit ihren Sternen, die die vergeben, den Abstimmungen der Leser/Hörer. Gut gemachtes Crossmedia. Vor dem Mikro sind die beiden wirklich recht unverkrampft und spontan, nur manchmal finde ich es eine Spur zu wenig editiert. “Ächz, ich nehm mal das Mikro mit hier rüber, puh, ist das ein Kabelsalat” - na ja. Dass sie aber dann vorführen, wie die Lade von Timos neuem DVD-Player für 45 Euro im Vergleich zum alten für 700 DM beim Auf- und Zufahren klingt, das ist wieder toll.
  • Annik Rubens, Schlaflos in München http://www.schlaflosinmuenchen.com
    ist wohl mehr was für Fans. OK, zugegeben, um “reinzukommen ins Thema” habe ich es auch abonniert, und manchmal höre ich es auch. Vorteil: Mit jeweils rund drei Minuten ist der kürzeste Podcast von meinen Subscriptions, also kann man mal schnell reinhören, wenn man nur zum Briefkasten geht. :-)
  • ARD-Tagesschau http://www.tagesschau.de/podcast
    Wäre sogar durchaus inhaltlich nützlich auch ohne Bild. Aber wieso um alles in der Welt nur die 20-Uhr-Ausgabe? Podcasts sind doch was für Pendler, richtig? Und wann pendelt man so? Morgens um acht und abends um fünf (Schichtarbeiter lassen wir mal weg). Morgens um acht sind aber die Nachrichten der letzten Hauptausgabe schon 12 Stunden alt, und abends sogar 21. Also, die Informationselite hat es da gern etwas aktueller. Die 17-Uhr-Ausgabe, flugs codiert, könnten viele auf dem Heimweg hören.
  • iSchmidt (direkter iTunes-Link oder iSchmidt googeln, es gibt sonst keine Site — schon ein Unding. Gibt es doch, ist nur via Google nicht zu finden.)
    Ich dachte, das wäre, analog zur Tagesschau, das tägliche Best of als Podcast. Aber dummerweise stellt die ARD das schon gratis ins Netz, als Video und Audio (allerdings als Stream), also mussten sich die von iTunes, von denen offenbar die Idee kam, was anderes ausdenken.
    Die Detailbetrachtung muss ich in einen separaten Beitrag auslagern, merke ich gerade, das wird zu lang.
  • Habe noch ein paar deutsche Podcasts einmal gehört, aber will aufgrunddessen (noch) keinen schlecht machen. “The Web is not high school.” schrieb Nielsen ja letzte Woche zum Thema Blog-Usability. Manche deutsche Blogger und Podcaster finden es dagegen genau cool, den Eindruck einer verschworenen Gemeinschaft zu vermitteln, scheint mir.

CH

  • Echo der Zeit http://www.drs.ch/…/prg=news
    Bei der Folge vom 18.10. musste ich in mitten der Migros mehrfach lachen. Zuerst hat jemand falsch geschnipselt und es beginnt an mit dem Satz: “Die Temperaturen erreichen in Engelberg 12 Grad”, das eigentliche Echo fängt erst nach rund einer Minute an. Nach acht Minuten kommt dann das Wetter, “oberhalb von etwa 1500 Metern ist Schnee möglich”, und dann kommt nach 09:15 die “Verkehrsinfo von DRS um 18.08 Uhr. Region Graubünden, die Hauptstrasse Arosa-Chur ist nach einem Unfall in beiden Richtungen gesperrt”. Give me a break. Zitat von der Website: “Das Echo ist zwar die älteste Hintergrundsendung von SR DRS, hat aber mit dem technologischen Wandel stets Schritt gehalten.” Ja, aber die Qualität sollte auch bei der Technik stimmen.
    Habe seitdem keine Folge mehr ganz gehört, ehrlich gesagt. In ein paar reingehört: Die Anfänge sind tatsächlich leicht anders. Macht das Schneiden denn der Praktikant? Sorry, selbst wenn ich unterwegs bin, will ich eine gewisse Professionalität. So schafft ihr nicht weitere 60 Jahre.
  • VollRohr http://www.vollrohr.ch/podcast/
    Frechheit, wie Andreas auch schon sagt. Ich denke, super, Bänz Friedli, der frischgebackene Hausmann, der mit der Kolumne im Migros Magazin (wir berichteten) bin schon gespannt, was er zum Hausmannleben sagt — und dann fängt es irgendwo mittendrin an und hört genauso plötzlich nach 01:53 wieder auf. Spinnen die eigentlich?

Im Moment läuft in Deutschland gerade eine Podcast-Umfrage, auf Initiative von 30 deutschen Podcastern, die alle auf der Einstiegsseite verzeichnet sind. Wäre toll, wenn sie auch verlinkt wären, dann hätte man vielleicht schnellen Zugriff zu 30 wichtigen? Für das gesamte Verzeichnis gibt es ja Podster, aber leider haben die kein “meistgehört”-Feature, was mich noch interessieren würde.

Und, this just in, die Deutsche Welle macht eine Wahl des bestens Blogs, unter dem Titel The Bobs, wozu schon Riesenmaschine anmerkt, welche Assoziation man dabei haben könnte, aber relevant ist jetzt mal vor allem, dass sie auch Podcast-Sites nominiert haben (in der Sidebar rechts — wer findet den Usability-Fehler beim Navigieren? Und welche Schweizer News-Site macht den auch?), ja, und von da aus können wir uns mal weiter durchklicken.


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