Agentur für Usability und User Education
Falls jemand spontan noch ein Geschenk braucht: Baggenstos hat noch ein echtes Schnäppchen kurz vor Weihnachten.

Eine Art negative Progression beim Rabatt — ist das überhaupt verfassungskonform? Will nicht die SP in Obwalden auch klagen?
Update: Schade, schon nach zehn Minuten korrigiert…

Allerletzter Update (von New Yorker Subway wird bestreikt — Notfallplan im Netz) noch kurz. Habe meinen Freund Bob angerufen und scherzeshalber gefragt, ob er seine drei Mitfahrer schon beisammen hat. Bezieht sich natürlich nur auf Leute, die nach Manhattan fahren, und er ist ein “reverse commuter”: einer der eher wenigen, die aus Manhattan nach New Jersey fahren. Für die gilt die Regel nicht. Ausserdem gilt sie nur bis 11 Uhr, heute Abend sollte er also auch zurück kommen.
Ohne dass ich irgendwas über Blog und so gesagt hätte, erzählt er sofort: “I’m just watching it on TV. This is the first transit strike in 25 years. They’re making a big point how much the Internet has changed this, with all the information online, all the lists you can print, etc.”
Sag ich ja. Craigslist-CEO Jim Buckmaster macht gleich eine PR-Aktion daraus: “We really hope a strike can be averted, but if it does happen, the rideshare category on Craigslist is a fast, effective, and (dare we say) fun way to find transportation alternatives.” Ja, die Leute, die Bob gerade im Fernsehen sieht, die an den Brücken zurück geschickt werden, weil sie ihr Auto nicht voll haben, finden es bestimmt deutlich weniger lustig. 363 neue Posts bei Craigslist schon vor 6 Uhr morgens, immerhin.
Und wenigstens auf ein Blog-Posting muss ich schon noch verweisen. In dem wird auch Craigslist zitiert, allerdings eine andere Kategorie.
CNN meldet, dass semit heute morgen um 3 Uhr Ortszeit (9 Uhr bei uns, also vor zwei Stunden) das gesamte New Yorker Subway-Netz bestreikt wird. Da das ganze sich schon seit ein paar Tagen abzeichnete, gibt es einen detailliert ausgearbeiteten Notfallplan (”Contingency Plan”), der sofort in Kraft gesetzt wird. Zum Beispiel darf man nur nur noch mit dem Auto über die Brücken und durch die Tunnels nach Manhattan, wenn mindestens vier Leute drin sitzen (coole Abkürzung: “HOV4″ — “High Occupancy Vehicle”), auch auf diversen Highways darf man nur zu viert fahren. Da sicher nicht jeder spontan jemanden kennt, der ihm das Auto füllt, sind ausserhalb von Manhattan grosse Sammelplätze bestimmt. Die Schule beginnt für alle Schüler zwei Stunden später, die Schulbusse fahren entsprechend zwei Stunden später, damit sie vorher Pendler transportieren können. Die Taxigebühren werden angepasst. Und so weiter.
Interessant ist vor allem, wie die Websites reagieren. Offenbar geht man davon aus, dass nicht wenige der sieben Millionen Pendler sich im Netz informieren, und daher hatten alle Webmaster heute Nachtschicht und haben die schon vorbereiteten Notfallseiten aufgeschaltet:
Der lokale Fernsehsender New York 1 ist schon vor dem vermutlich zu erwartenden Zusammenbruch prophylaktisch auf die Nur-Text-Homepage gegangen.
Die Stadt New York hat die URL www.nyc.gov/transitstrike aufgeschaltet. Dort hat man erstmal die Bilder noch drin gelassen.
Die Subway-Betreiberin MTA — Metropolitan Transit Authority — mit der unmöglichen US-URL www.mta.nyc.ny.us braucht 24 Stunden, um auf Notfallbetrieb umzuschalten, schreibt aber schon mal, dass die Abo-Dauer der 30-Tage-MetroCard automatisch um so viele Tage verlängert wird, wie der Streik dauert.
Die NYC Taxi & Limousine Commission, die in New York sehr relevante städtische Aufsichtsbehörde über die Taxis, hat als einzige den Webmaster schlafen lassen, aber gestern schon mal den Plan draufgestellt für alle Fälle. Die sonst strenge Trennung zwischen Taxis und “Limos” (”FHV” - “For Hire Verhicles”, die man sonst nur telefonisch reservieren kann) wird teilweise aufgehoben, letztere dürfen jetzt auch an Bushaltestellen Fahrgäste aufnehmen.
Finde ich alles sehr interessant. Natürlich gibt es immer noch ein heilloses Chaos, und Bloomberg sagte gestern noch (wohl auch Propaganda), jeder Tag Streik kostet die City 400 Millionen Dollar, aber zumindest aus der Ferne sieht es aus, als seien die Gegenmassnahmen so gut koordiniert und kommuniziert, wie es eben geht. Jedenfalls online, mehr kann man ja von hier aus nicht sehen.
Was passiert bei dem nächsten Streik in fünf Jahren, fragt man sich nun mit Blick auf Web 2.0? Kann da jeder in einem Structured Blog Posting sagen, wo genau er gerade ist, wieviel Plätze er im Auto frei hat, oder das ganze wird dann mit den Geokoordinaten in Google Base gepostet, und Google macht das Matching? Und auf dem PDA bekommt man in einem Koordinatensystem den Parkplatz des Giant Stadium angezeigt und einen grossen Pfeil, in welcher Richtung der Mitfahrer steht? Ich bin sehr gespannt.
(PS. Huhu, Guido Mingels, mach das alles doch mal mit dem Tagesanzeiger, nachdem um drei Uhr nachts die Nachricht reinkommt. Wie? Es würden dann einfach alle Radio 24 hören und Tele Züri schauen? Ja, gut, das stimmt, in den beiden Medien kann man auch diese ganzen Informationen prima abbilden, vor allem die individuell relevanten. Die FAQ z.B. könnte man sich ja schnell vom Teletext abfotografieren und ausdrucken, bevor man aus dem Haus geht.)
Letzter Update: Ach ja, Blogs hatte ich noch gar nicht angeschaut, die gibt es ja auch noch. “Transit Strike” ist schon morgens vor sechs Uhr auf Platz 4 bei technorati.
search.ch hat seit heute die Betaversion einer neuen, Ajax-basierten Immosuche live: immo.beta.search.ch.
Der Screen ist geteilt in Trefferliste links und Karte rechts. Letztere und die schnellen Popups kennt man ja schon von der Schwester map.search, aber die Integration der Liste mit der Karte ist hier natürlich deutlich komplexer als bei einer Nur-Kartensuche. Bei map geht es um eine Adresse (bestehend lediglich aus Strasse, PLZ, Ort) und einen Punkt auf der Karte; diese beiden sind im Prinzip unterschiedliche Repräsentationen desselben Datums. Zu einer Immobilie gibt es x Felder, wie jeder weiss, der schon mal eine online inseriert hat, und die wollen alle irgendwie dargestellt werden — in der Liste und in der Karte, möglichst mit Browsing via beiden Seiten. Das ist hier phänomenal und so gut wie fehlerfrei gelungen.
Immosuche im Web gibt es ja schon ewig, sie hat sich seit den ersten Versionen nicht wahnsinnig viel geändert, und wir fanden es alle normal. Klar, es gibt deutliche Qualitätsunterschiede bei den einzelnen Angeboten (Disclaimer: homegate ist Kunde von Zeix; am neusten Release haben wir intensiv mitgearbeitet und finden es daher besonders gut :-), aber letztlich arbeiten alle mit demselben Workflow: Suchmaske, Trefferliste, Detailseite, Links zu Zusatzinformationen. Ich hatte daher heute ein echtes Aha-Erlebnis: Ich bin wirklich überrascht, wieviel Luft nach oben bei den heutigen Web-Applikationen offenbar noch ist. Es zeigt sich einmal mehr, dass die eigene Phantasie begrenzt ist, was Verbesserungen angeht — bis man sie dann sieht. Ich sprach neulich mit einem befreundeten Web-Profi, der meinte, dass “bei den meisten Applikationen Ajax nicht viel bringt”. Ich glaube, das stimmt nicht, und wir haben lediglich noch nicht genug Phantasie, uns diese neuen Applikationen vorzustellen. Dass nur der Button soft abblendet, wenn man ihn anklickt, kann ja nicht alles sein.
Ich habe meiner Begeisterung schon ausführlich Ausdruck verliehen im Blog von search.
Die drei Sachen, wo ich noch ein kleines Verbesserungspotenzial sehe, werde ich auch noch schreiben, aber jetzt schaut erstmal selbst.
Hallo Dor ian, ich dachte schon, das aktuelle “Chaos” sei nach/von Dir benamst worden. Aber stimmte gar nicht. ![]()
Alle lieben Rankings. “Die UBS verfügt über die beste Schweizer Firmensite, auf dem zweiten Platz liegt Swisscom, gefolgt von Nestlé”, lesen wir heute im Netzwocheticker, gestern stand es bereits in der NZZ (man beachte den modernen Scan der Zeitungsseite).
Ermittelt wurde die Liste von der schwedischen Firma Halvarsson & Halvarsson, die auf ihrer Website die ganze Liste veröffentlicht und unter The Webranking process auch das Vorgehen beschreibt.
Ich weiss nicht, wie viele Leute diese Seiten zur Methodik lesen. Ich weiss erst recht nicht, wie viele das Vorgehen hinterfragen, das ja so wissenschaftlich daherkommt, mit einer Befragung der Zielgruppe am Anfang und dann dem Abprüfen von “Objective and measurable criteria”, was in einer numerischen Bewertung resultiert, und die kann man natürlich prima sortieren, mit dem Vorjahr oder mit dem Ausland vergleichen etc. Wie Börsenkurse. Daher kann auch die Wirtschaftsredaktion der NZZ gut mit einer solchen Liste umgehen.
Nur, eben, wie kommen diese auf einen Viertelpunkt genauen Zahlen zustande? Wenn es eine wissenschaftliche Methode ist, müsste sie “intersubjektiv nachvollziehbar” sein, das heisst, wenn ich dasselbe mache, sollte ich zu denselben Ergebnissen kommen (bin nicht sicher, ob das in der Wissenschaft immer klappt, aber wie gesagt, so wäre die Theorie). Habe mal den Zuständigen für die Schweizer Studie nach Details zur Methodik gefragt. Vielleicht kommt ja was. Solange schreibe ich mal noch nicht, was ich davon halte.
(wird fortgesetzt…)
Gerade dachte ich, diese Frau im emar-Newsletter, die habe ich doch heute schon mal gesehen…
(gross)
und tatsächlich, sie hat einen neuen Job:
(Link)
OK, ich geb’s zu, das ist das Blog-Notprogramm. Eine Woche noch!
Der neue WM-Ball wurde gestern bei der Auslosung ja unverhohlen gehyped.
Dass er “Teamgeist” heisst, ein deutsches Wort, das angeblich auch die Englischsprachigen verstehen, wegen “Zeitgeist” und “Poltergeist” (ich werde mal einen Test machen — auch wenn Zeitgeist in den einschlägigen Listen von deutschen Wörtern im Englischen immer drin ist, ich würde nicht drauf wetten, dass es alle verstehen, vielleicht nur die Leser vom New York Magazine), finde ich eine ganz nette Idee. BILDBlog macht sich noch darüber lustig, dass die “BILD” es irgendwie mit den Farben nicht auf die Reihe kriegt. Nein, schwarz-rot-gold sieht er wirklich nicht aus.
Lustig ist auch der offizielle FIFA-Nachrichten-Text über den offiziellen Ball, der auf der offiziellen WM-Site fifaworldcup.yahoo.com steht. Die Site ist durchgängig siebensprachig.
Auf Englisch liest sich die Nachricht so:
(…)
The name focuses on football as a pure sporting activity. The German word Teamgeist – team spirit in English – homes in on the single indispensable attribute a side must possess if they are to stand any chance of hoisting the golden trophy.
Auf Französisch:
adidas+TeamgeistTM - Le ballon officiel de la Coupe du Monde de la FIFA 2006
(…)
Le nom évoque les valeurs incarnées par le football. Ainsi, le mot allemand Teamgeist, en français “esprit d’équipe”, symbolise parfaitement tous les aspects de ce sport. L’esprit d’équipe est une qualité indispensable à une formation qui souhaite soulever le trophée à la fin de la compétition!
Aber am besten gefällt mir Deutsch:
adidas+Teamgeist™ - der offizielle Ball der FIFA WM 2006™
(…)
Beim Namen stand ganz der Fussballsport im Mittelpunkt. So beinhaltet das deutsche Wort Teamgeist – was übersetzt „Teamspirit“ bedeutet, alle Aspekte des Fussballspiels. Teamgeist ist die wohl wichtigste Eigenschaft, die jede Mannschaft besitzen muss, um am Ende den goldenen Pokal den eigenen Fans präsentieren zu können!
Was lernen wir?
1. Der Webmaster für den englischen Text ist entweder ein Nonkonformist oder von Nike geschmiert; jedenfalls lässt er die lange zweite Hälfte der Überschrift und die ganzen “Trademarks” einfach weg. Vielleicht nur, weil er kurze Überschriften mag, was sehr zu unterstützen wäre.
2. Der für den französischen Teil zuständige Webmaster ist nicht in der Lage, ein “TM” korrekt als das Zeichen ™ (ANSI-Code 153) darzustellen, dabei könnte er es einfach von den anderen Sprachen rüberkopieren, wenn er in Windows die Tastenkombination nicht findet. Nicht schlimm, aber doch etwas schlapp.
3. “Das deutsche Wort Teamgeist heisst übersetzt Teamspirit.”
So so. Vermutlich war die Mastersprache aller Dokumente Englisch, und dann ist es beim Übersetzen ins Deutsche stehen geblieben; dort hätte der Übersetzer einfach nur den Einschub weglassen müssen. Ich sehe immer wieder Beispiele, wo Übersetzer nicht in der Lage sind, den Inhalt des übersetzten Textes zu berücksichtigen - was ich nicht begreife, denn sie sollten ja verstehen, was sie da übersetzen, im Gegensatz zu Babelfish. Strengt Euch an, Leute, sonst braucht man Euch irgendwann nicht mehr.
4. Das schlimmste: Die Sprachumschaltung funktioniert nicht je Seite. Wer die Meldung auf Deutsch liest und auf Englisch umschalten will, beginnt wieder auf der Homepage und muss sich neu durchhangeln. Diese Regel ist wohl so selbstverständlich, dass Jürg sie neulich im namics-Blog gar nicht in seine Liste aufgenommen hat. Ich vermute aufgrund einschlägiger Erfahrung folgendes: Die FIFA/Yahoo-Leute haben das mal in einer Sitzung diskutiert, und weil ein gewisser Prozentsatz der Seiten nicht in allen Sprachen zur Verfügung steht (bei kurzem Absurfen sah es allerdings so aus, als seien die x Nachrichten von gestern in allen Sprachversionen vorhanden), haben sie gesagt: “Eh wir irgendwo Probleme kriegen, weil es mal eine Seite in Koreanisch nicht geben könnte, verlinken wir lieber konsequent die Homepage.” Typisch Informatiker. Überlegen sich alle Eventualitäten, einigen sich dann schnell mal auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und klopfen sich noch auf die Schulter für ihre kleingeistige Voraussicht.
Richtig wäre gewesen, das CMS so zu bauen, dass die Sprachversionen jeweils “nebeneinander” liegen und der User hin- und herschalten kann, ausser wenn es die parallele Version in einer anderen Sprache nicht gibt, dann kommt man eben auf die Homepage.
Oder noch besser wäre wohl eine Meldung “Sorry, die aktuelle Seite ist auf Deutsch nicht vorhanden, was möchten Sie nun tun? 1. zurück, 2. zur deutschen Startseite, 3. in deutschen Seiten suchen (Suchfeld/Button).” Oder so ähnlich.
Wie immer bei der Sprachumschaltung, man weiss nicht ganz sicher, was die optimale Variante ist, aber man sieht fast immer solche, die es sicher nicht sind, so auch hier wieder.
Oje, der Schockwellenreiter, laut Martin Hitz der meistgelesene deutsche Blogger (oder war’s der deutscheste viel gelesene Blogger?), findet, das alberne Flugding von Map24 “mache einen Mords-Spaß” (würde ich eher ohne Bindestrich schreiben, ausser bei echten Mord-Spielen, also z.B. aus einem fliegenden Heli einen Tankwart erschiessen — auf der Xbox jetzt, natürlich).
Weiter schreibt er, “ob es wirklich nützlich ist”, kann er jedoch “nicht entscheiden”, weil er keinen Führerschein hat.
Das an sich ist ja keine Schande. Aber bist Du denn auch noch nie mitgefahren? So dass Du wirklich nicht weisst, wie es eine vorbeifliegende Strasse durch das Fenster aussieht, im Vergleich zur map24-Kartendreh-Applikation?
Anders. Einfach ganz anders.
Dieser Beitrag ist ein Update von Heliflug vs. Wetterflug.
Aktueller Artikel bei Spiegel Online:
Wie im Cockpit eines Hubschraubers
Er ist nützlich, er ist schnell und er macht Spaß: Ab sofort stellt SPIEGEL ONLINE seinen Lesern den Routenplaner Map24 zur Verfügung. (Will heissen: Denen, die nicht www.map24.de selbst in ihren Browser eintippen können.) Die Fahrstrecke können Sie aus der Vogelperspektive betrachten und mit der 3D-Steuerung wie in einem Hubschrauber abfliegen.
(Im ersten Absatz wird erklärt, was ein Routenplaner ist)
Doch der wahre Spielspaß beginnt, sobald die Anzeigen “Routenflug” und “3D-Ansicht” am unteren Rand der Karte aktiviert sind. Denn dann startet der Flug gen Zieladresse - wie im Hubschrauber-Cockpit erlebt der Nutzer seine Fahrtstrecke. In der Routensimulation sind mit der 3D-Steuerung Neigung und Bildschirmperspektive stufenlos einstellbar, Großstädte am Horizont dienen der zusätzlichen Orientierung. Am Straßenrand tauchen je nach persönlicher Voreinstellung Tankstellen, Hotels, Restaurants oder auch Sehenswürdigkeiten auf.
Wow. Tankstellen vor der Abfahrt schon mal virtuell anfliegen. Klingt super. Klingt wie Xbox 360 nur ohne Frieren.
Bin dann auch gleich mal von der Adresse meiner Eltern (Kurt-Schumacher-Str. 66 b, 32758 Detmold, leider kann man nichts verlinken, ist halt nicht map.search) zu meiner alten Wohnung (Webereistrasse 2, 33602 Bielefeld) geflogen. Was für ein Spektakel. Der Lüfter vom Laptop simuliert auf Hochtouren die ganze Zeit den Fahrtwind. Man wird allerdings halb seekrank, weil die Landschaft sich immer hektisch um einen herum dreht. Hatte den Weg gar nicht als so eine Achterbahnfahrt in Erinnerung. Und die Auflösung, na ja, es kommt einem weniger wie Xbox vor und mehr wie ein Flugsimulator auf einem Commodore VC20. Die 23 km lange Fahrt dauert jedenfalls gefühlt fast genauso lange wie in echt, Tankstellen kommen überhaupt nicht vor (hätte ich wohl einstellen müssen), eigentlich kommt fast gar nichts rechts und links, nur über dem Autobahnanschluss Bielefeld-Mitte schweben komische gelbe Ufos, die sich dann plötzlich in die Nummer “27″ der Ausfahrt verwandeln (alle in dieselbe), und wenn man dann endlich nach Bielefeld reinfährt, ist die ganze Stadt voll von tanzenden TUI.de-Symbolen. So hatte ich das nicht in Erinnerung, aber ich wohne natürlich auch schon 15 Jahre nicht mehr dort.
Trotz der Begeisterung, unwillkürlich musste ich plötzlich an diesen Spiegel-Artikel vom 11. März 2002 denken:
WETTERBERICHT
Orkan mit Folgen
Der staatliche Deutsche Wetterdienst (DWD) verliert voraussichtlich einen wichtigen TV-Sendeplatz. Anfang dieser Woche entscheiden die ARD-Intendanten, ob TV-Meteorologe Jörg Kachelmann spätestens ab April einen neu gestalteten Wetterbericht nach den “Tagesthemen” moderieren wird. Befürwortet wurde der Wechsel bereits während der Schaltkonferenz der vergangenen Woche von den ARD-Direktoren, die damit Konsequenzen aus der jüngsten Vorhersagepanne der Wetterbehörde zogen: In seinem “Tagesschau”- und “Tagesthemen”-Wetterbericht hatte der DWD nicht vor dem verheerenden Orkantief “Anna” (drei Tote) gewarnt. Dagegen hatte Kachelmann, Gründer des privaten Wetterdienstes Meteomedia, kurz vor der “Tagesschau” in seiner ARD-Sendung “Wetter im Ersten” vor Orkangefahr gewarnt. Die Kachelmann-Sendung soll nun den DWD-Vorhersagefilm ersetzen, der sich vor allem durch seinen albernen “Wetterflug” über Deutschland auszeichnete. Abschied nehmen muss dann auch Ulrich Wickert von seinen Wetter-Überleitungen: Die Kachelmann-Sendung soll - ähnlich wie beim ZDF-”heute journal” - durch einen Werbespot von den “Tagesthemen” abgetrennt werden.
Meine Damen und Herren, die Zusammenfassung:
Wetterflug (bis 2002): albern
Heliflug (ab 2005): wahrer Spielspaß
Ihnen noch einen schönen Abend!