Agentur für User-Centered Design
Brack Electronics AG, das sind die mit der PowerPoint-artigen Print-Werbung und der Bodypainting-artigen Obenohnerumlauf-Werbung an der letzten Orbit-iEX, macht Werbung im Newsletter von inside-it:
Über den Text kann man sich noch streiten. Ein bisschen lang ist er wohl für dieses Fliesstext-Format, und etwas lustig mutet auch an, dass nirgends “Brack” steht, ausser recht unauffällig in der URL. Subtil, subtil. Definitiv verbesserungsfähig ist aber die Landing Page:
(Fair wie man nun mal ist, zweimal ausprobiert, gestern Abend und heute Abend.)
Der Shop sieht auch sonst irgendwie aus, nun ja, wie die Print-Werbung, also etwas selbstgemacht — aber im Unterschied zur Printwerbung hat das hier nicht nur einen Einfluss auf die Optik, sondern auch auf die Usability und damit letztlich wohl auch auf die Bestellungen. Viel gewonnen wäre schon, wenn man einfach sämtliche Elemente an der Mittelachse spiegeln würde; dann stünde zumindest mal das meiste auf der richtigen Seite.
Um auch was Nettes zu sagen über Brack:
Shop-Statistik
Bestellungen: 306 heute
33136 seit 1.1.06
finde ich ganz lustig.
Aber für “Unser Motto: Überall ein bisschen besser” (Header des Werbetextes) reicht das nicht.
Diese Monitore der SBB mit den Abfahrtszeiten sind in Wirklichkeit PCs, glaube ich. Und darum haben sie natürlich auch gern mal Treiber- oder sonstige Probleme. Heute morgen in St. Gallen hatte einer über Nacht die richtige Auflösung verloren und zeigte nur noch mit dem Default an, 1024 x 1768 oder so, statt irgendwas grösserem und breiterem:
Bei den Monitoren für die Abflüge und Ankünfte in Kloten ist es genauso. Letztens war mal einer abgestürzt, aber er bootete sofort brav neu. Windows XP Professional wird gestartet, dann der Windows-Desktop, dann irgendein Grafiktool im Autostart, das die Anzeige um 90° drehte und verbreiterte, dann das Starten der Anzeige-Applikation und das Laden der Daten. Sehr hübsch, leider hatte ich die Digicam nicht dabei.
Als Laie wundert man sich etwas, warum die Leute komplette PCs dort aufhängen, wo es doch eigentlich nur ein Display braucht. Vor zehn Jahren hat man doch vermutlich irgendwo ein zentrales Signal generiert und dann einfach das übertragen. Und die PC-Lösung ist vermutlich flexibler, besser für die Datenauslieferung, besser fernwartbar oder irgendsowas. Und ausserdem waren wahrscheinlich die Screens vor ein paar Jahren so teuer, dass die 1000.- für das PC-Modul ist es auch nicht mehr machten.
Eigentlich eher ein Thema für Andreas, aber der berichtet heute live von der CeBIT für neuerdings.com.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, sagt laut Werbewoche-Newsmail, Gratiszeitungen werden scheitern, weil das Businessmodell nicht funktioniere. Wieso, sagt er nicht. Das ganze stammt aus einer Meldung über eine erst im Juni stattfindenden Rede von Döpfner auf dem World Newspaper Congress in Moskau. Auch aus dem englischen “Original”-Text geht nicht hervor, worauf Döpfner seine heute — wo Gratiszeitungen als einzige die Auflagen erhöhen können und, sagen manche, auch als einzige Geld verdienen — etwas verwegen anmutende Annahme stützen wird.
Immerhin, seine Antworten auf die Herausforderung (die ja keine ist, wenn Gratiszeitungen eh scheitern werden), stehen schon dort: “die enge Verknüpfung von Internet und Druckerzeugnis” (da dürfte er recht haben, was aber auch keine neue Erkenntnis ist; ausserdem ist Springer bisher nicht durch innovative Integration aufgefallen, ausser bei Cobranding-/Verkaufs-Aktionen wie diversen “Volks”-Geräten via BILD), und andererseits die “guten alten Zeitungsneugründungen”, von denen Springer gerade zwei gemacht hat, nämlich “Welt kompakt” und “Fakt” in Polen.
Die “Welt kompakt” sieht übrigens online so aus:
Na, da ist ja alles live zu besichtigen. Sowohl “die enge Verknüpfung von Internet und Druckerzeugnis” (Wow: Man kann das Druckerzeugnis 1:1 als PDF aus dem Internet herunterladen!) als auch die gute alte Neugründung, dîe “WELT kompakt” ja fast darstellt, ist mehr ein Ableger, aber wir wollen nicht kleinkrämerisch sein.
Nur, ähm, wie war das jetzt mit den Gratiszeitungen? Die “WELT kompakt” kostet ja im Verkauf 50 Cent, aber der PDF-Download war doch jetzt irgendwie… gratis. Ich denke, ich muss bis Juni warten, um das genau zu verstehen.
Wer mal ein bisschen schauen will, was ich morgen über die CeBIT renne (bis Mittag finde ich erfahrungsgemäss immer alles sehr interessant, danach nur noch die ganze Veranstaltung um den Faktor zehn zu gross :-), findet einiges darüber unter unserem neuen Blog neuerdings.com, den wir (Andreas Göldi vom Medienkonvergenz-Blog und ich) morgen offiziell launchen (heute haben wir uns schon ein bisschen warmgelaufen).
Wir freuen uns auf Euer Feedback. Und wenn jemand von Euch etwas online über ein Event an der Messe liest denkt: “Hey, dort wäre ich jetzt gern” — schreibt mir eine Mail an vorname.nachname@gmail.com, und wenn ich es rechtzeitig lese, schaue ich vorbei und berichte.
Drei Beobachtungen aus den letzten beiden Tagen mit rund 500 zurückgelegten SBB-Kilometern:
Erstens, kann das eigentlich so schwer sein, diese “Nächster-Halt”-Ansage zu drücken? Offensichtlich ist es das. Gestern kam bei vier Zugfahrten dreimal der falsche Text, unter anderem am Flughafen Zürich der ganze HB-Zürich-Sermon mit “Dieser Zug fährt weiter nach…, ohne Halt bis…”. Die Zugführer kriegen es meistens mit hektischem Skip-Drücken hin, dass danach noch die richtige Ansage kommt, oder sie machen es halt von Hand. Aber mir scheint aus der Ferne des Sitzplatzes, dass die Usability der Geräte, mit denen sie das auslösen, zu wünschen übrig lässt. Jedenfalls habe ich noch nie einen Schaffner gesehen, der, wenn er durch den Zug läuft und “nächster Halt: Winterthur” sagt, die Orte verwechselt. (Hmm, gerade fällt mir ein… Tramfahrern kann das schon passieren, vorgestern im 14er: “Nächster Halt Löwenplatz. NEIN! KASERNE!” Aber das war auch eine Premiere.)
Zweitens, es gibt doch immer diese SBB-Pünktlichkeitsstatistik, “Wir sind schon bei 92.7%, aber wollen auf 97.2%”. Gibt es auch eine Statistik für die Anzahl funktonierender, d.h. nicht abgeschlossener Toiletten? Oder für die Zeit bis zur Instandsetzung? Ist ja nicht soo schlimm im Zug, man muss nur einen bis drei Wagen weiterlaufen, die zweite funktioniert dann meistens. Aber wenn jemand vom Personal auf die Tür schreibt, dass er den Zustand “am 2.3. gemeldet” hat, dann fragt sich der Reisende am 7.3. natürlich schon, ob das so sein muss.
Drittens, grosses Glück. Beim Wägeli gab es heute wieder Cola statt Pepsi. Hurra! Nicht mehr 70 Sekunden vor der Abfahrt überlegen, ob man zum Kiosk hetzen und zurück noch schafft. Leider konnte mir der Wägeliführer aber durch eine gewisse Sprachbarriere auch nach dreimaligem Erklären meiner Frage nicht sagen, ob das nun eine Ausnahme ist oder die neue Regel. Irgendwie auch ein Usability-Problem. Aber ihr Sortiment verstehen sie ja schon. Ich fürchte, es war die Ausnahme. Pepsi eingeschneit vielleicht. Aber so kann ich weiter hoffen, dass es die neue Regel ist.
Gegendarstellungen sind ja eigentlich eine sinnvolle Sache, aus Sicht dessen, der sich falsch zitiert fühlt. Zumal in einem elektronischen Medium wie inside-it, das ausser der Reihenfolge im Newsletter keine Hierarchie der verlinkten Artikel kennt (im Gegensatz zu den meisten Print-Titeln, die Gegendarstellungen irgendwo hinten unten unterbringen), so dass hier die Gegendarstellung gleich prominent ist wie die eigentliche Meldung.
inside-it hat eine aktuelle Richtigstellung von Also-CEO Thomas C. Weissmann als Reaktion auf den Freitags-Artikel Exklusiv! “Spezial-Preis”-Skandal bei Microsoft Schweiz sogar fairerweise noch an die Spitze gestellt.
Allerdings reicht nur: “Stimmt ja gar nicht!” zu sagen nicht, sondern man muss auch sagen, wie es denn wirklich war. Hier lässt die Art der Korrekturen den völlig unvoreingenommenen Beobachter allerdings etwas die Stirn runzeln.
Inside-IT schrieb: Weissmann gab einen Hinweis, als er sagte, dass amerikanische Grossfirmen “manchmal unterschiedliche Aussagen machen.” …Diese Formulierung ist falsch. Richtig ist, dass Weissmann nur von einem Hersteller ohne Angabe einer Herkunft gesprochen hat.
Aha. Klingt irgendwie nach: “OK, alle wissen, dass es Microsoft ist, aber von mir habt Ihr das nicht! Ich habe nicht mal USA gesagt!!”
Und weiter unten:
Weiter zitierten wir Weissmann (indirekt): Lokale Mitarbeitende würden unter Umständen Aus- und Zusagen machen, die nicht den Buchstaben der sehr komplexen Verträge entsprechen. Dieses Zitat entspricht nicht dem Gesagten. Richtig ist, dass er an der Jahresmedienkonferenz ausführte, dass Hersteller manchmal im Vertrag A verlangen und daneben in einer schriftlichen Weisung B, wobei A und B im Widerspruch stünden.”
OK, das ist jetzt aber wirklich ein Unterschied. Da hat einer sich erlaubt, “A” und “B” durch das Wort “Buchstaben” zusammen zu fassen — das kann man beim besten Willen nicht einfach so hinnehmen!
Mehrere Stunden lief in LA die 78. Verleihung der Academy Awards; inzwischen ist sie vorbei, sie dauerte mal wieder so lange, dass ich bei “Achievement in Directing” (Ang Lee für BROKEBACK MOUNTAIN, vorletzter Award) auf den Zug musste.
Nach eineinhalb Stunden (um 3.30 Uhr MEZ) habe ich mal via Technorati mit dem Stichwort “oscar” getestet. Englischsprachige Blogger, die seit Beginn der Show (bei Technorati angezeigt als “1 hour” oder darunter) gepostet hatten: 545. Wenn man auf “2 hours” erhöht hätte, wären es wohl gegen 1500 gewesen. Auf Deutsch: 1 Treffer. Und die entsprechende Dame schrieb nichts Inhaltliches, sondern nur, dass sie es langweilig findet, die Show allein zu schauen.
Natürlich, da ist der Zeitunterschied. Und es gibt generell viel mehr Leute, die auf Englisch bloggen als auf Deutsch. Aber ich glaube, dass “Livebloggen” generell im deutschsprachigen Raum nicht sehr verbreitet ist, und damit meine ich sowohl vor Ort sitzend, also etwa bei einer Konferenz, als auch vor dem Fernseher. Im September 2005 habe ich während der ganzen Kanzlerschaftsdebatte Merkel – Schröder rumgesucht, ob ich vielleicht einen Blog finde, der jedes Statement einzeln kommentiert. Das gab es bei CNN schon vor mindestens sechs Jahren, noch bevor es Blog hiess. Einen habe ich damals gefunden, und einen Chat, aber beide fielen leider nicht gerade durch fundierte politische Analysen auf. Ich hoffe, das ändert sich bald mal.
Was nicht heissen soll, dass die Amerikaner alles besser machen. Die Website Oscar.com — die URL wird vor jeder Werbepause kurz eingeblendet — bleibt von Jahr zu Jahr eine Enttäuschung. Zwar haben sie einen Flasher irgendwo sitzen, der ihnen kurzfristig Bilder in die Homepage montiert, siehe hier:
(rechts laufen nicht aktuelle Filmchen, u.a. ein alberner Dauerwerbespot “Dressing the Stars” von Giorgio Armani)
… aber es gibt nur zwei Links zu wirklich aktuellem Content: Erstens unten der mittlere Teaser mit Clooney und der Überschrift “Video” (dass sie bei dem Text “Be there first with the LIVE PRESS ROOM INTERVIEW STREAM when the winners go backstage and discuss their big night.” einen Teil rot machen müssen, damit man merkt, dass das jetzt gerade aktuell ist, finde ich recht armseliges Design), hinter dem Backstage-Interviews mit den Gewinnern kommen. Und zweitens der Text hinter “Winners” bzw. dem aktuellen Gewinnerbild, hier Reese Witherspoon (Performance by an Actress in a Leading Role für WALK THE LINE).
Die Seite /oscarnight/winners/index.html dahinter ist dann leider allerdings auch wieder mehr als armselig:
Eine statische html-Seite in zwei Spalten (Print lässt grüssen), auf der ab und zu mal (bei Philip Seymour Hoffman hat es mindestens zehn Minuten gedauert) der neuste Sieger unten angehängt wird. Dass der TITLE-Tag (oben in der XP-blauen Titelzeile des Fensters) völlig willkürlich bei “Performance by an Actress in a Supporting Role” stehen geblieben ist, rundet das traurige Bild ab.
So ganz verstehe ich das nicht. Vermutlich haben sie einen strikten Deal mit dem Fernsehsender ABC, dass sie vieles nicht machen dürfen, etwa Bewegtbilder von der Show zeigen, aber selbst ohne die könnte man allein die Bekanntgabe der Ergebnisse doch hundertmal attraktiver und schneller machen. Wenn ich mal eine Milliarde Leute hätte, die fünfzehnmal hintereinander meine URL sehen, würde ich mich etwas mehr anstrengen, glaube ich.
PS: Beinahe hätte ich den grossen Lichtblick der Nacht vergessen: Dass Pro Sieben in den Pausen keinen eigenen Content mehr beisteuert, bei dem zwei Moderatoren in geliehener Abendgarderobe in einem leeren Studio stehen und versuchen, einen Hauch Glamour zu reproduzieren, dabei aber kläglich scheitern. Jetzt sendet man einfach genausoviel Werbung wie die Amis, was eine viel würdevollere Art ist, mit der Zeit umzugehen.
Nachdem Kurt Aeschbachers (Schweizer Fernsehtalker mit gleichnamiger Sendung) Blog schon eine Woche vor dem Launch allerorten per Pressemitteilung für den 2. März angekündigt wurde (was ja eine sehr blogtypische Art der Kommunikation ist, wie auch Jürg Stuker fand), konnte ich es mir natürlich heute nicht verkneifen, den Blog anzuschauen, um zu sehen, ob er den Launchtermin auch einhält und wirklich posted.
Ich hatte allerdings nicht die Meldung auf sf.tv oder das Posting bei namics mit dem Screenshot gesehen, sondern es nur Netz-, Werbe- oder sonsteiner Woche entnommen, ohne Link. Also habe ich heute morgen “Aeschbacher Blog” gegoogelt, und der Toptreffer ist aeschbacher.kaywa.ch.
Ich hab etwas geschmunzelt über das Bild vom Limmatplatz, das auch in meinem Kaywa-Blog zuerst drin war und dann im Laufe des Tages ein paarmal F5 gedrückt, um zu sehen, was passiert. Nichts.
Um 13 Uhr endlich lese ich bei BloggingTom, dass das Ding schon live ist und sogar seit heute Nacht schon beposted, aber unter aeschbacher.blog.sf.tv. Diese Subdomain hätte ich jedoch via Google lange suchen können, denn sie wird bisher gar nicht indexiert. Die Site unterhalb von kaywa.ch war wohl nur ein Proof of Principle oder irgendsowas. Da sollte man vielleicht nochmal ein bisschen was anpassen.
Was ich aber eigentlich erzählen wollte. Bei der iEX Conference 2003 hat mir Reto Hartinger das Referat “E-Mail: Persönliches Effizienztool statt Zeitvernichter” aufgedrückt. (Finde ich nach wie vor lustig, ausgerechnet mir. Es gab trotzdem erstaunlich gute Noten, aber ich musste ja auch meine Inbox nicht zeigen.) Damals habe ich, um die 90 Minuten nicht zu eintönig werden zu lassen, vorher 50 Schweizer Promis aus diversen Bereichen angemailt und jedem “5 Fragen zu ihrem E-Mail-Verhalten” gestellt:
- Was sind Ihre Top-3-Regeln, die Sie selbst anwenden, um Ihre Mails effizient zu bearbeiten?
- Gibt es in Ihrer Organisation ein E-Mail-Reglement?
- Was sind die Top-3-Regeln, die Sie Ihren Mitarbeitenden, die Ihnen Mails schicken, mitgeben?
- Lesen und/oder beantworten Sie Ihre Mails auch von unterwegs, oder nur aus dem Büro?
- Haben Sie an einem Punkt in den letzten Jahren ihr E-Mail-Verhalten drastisch geändert?Falls ja, was war der Auslöser, und was haben Sie unternommen?
Die Antworten waren ganz kurzweilig und teilweise recht aufschlussreich. Kurz Aeschbacher antwortete damals wie folgt:
Von: Kurt Aeschbacher 18.01.2003 01:47 (Antwortzeit: 14 Stunden)
(wie viele?) ich erhalte täglich zwischen 30 und 50 mails, davon sind höchstens 5% spam. dazu erhält unsere redaktion nach jeder sendung bis zu 150 reaktionen auf die gespräche am bildschirm
(Zeitbedarf?) viel zu viel und deshalb wird es meistens nacht, bis ich sie beantworten kann. bis zu zwei stunden sind es häufig
(3 Regeln?) regel nr 1 telefonieren ist meistens viel effizienter als mailen. 2. ich retourne alle mails oder lösche sie sofort, in denen mir jemand eine aufgabe zu delegieren versucht, die er/sie eigentlich selbst erledigen könnte. 3. viele mails erledigen sich selbst indem man sie übersieht, da sie der absender mit der betätigung der senden taste auch schon wieder vergessen hat
(von wo?) meistens hab ich im büro keine zeit, deshalb beantworte ich sie meistens von zu hause oder unterwegs
(drastische Änderung?) ich versuch selber nur auf mails zu antworten und keine neuen zu produzieren und meine umgebung nicht auch noch damit zu verseuchen
Die Frage ist nun, ob Kurt Ae. generell seine Einstellung zu elektronischer Kommunikation geändert hat, oder ob er findet, dass man mit einem Blog die Umgebung weniger verseucht als mit E-Mails. Oder ob er sie weniger verseucht, weil der Blog so gut versteckt ist.
Update von Orange richtet MMS für Kunden von Swisscom ein?!
Orange scheint es ernst zu meinen mit der Hilfe für die Fremdkunden, wie der aktuelle Teaser auf der Homepage zeigt:

Dieser linkt zu einer entsprechenden Detailseite Help for all (etwas verräterisch ist die URL dieser Seite: “wheretobuy” :-).
Auf dieser Seite sind zwei Listen mit im Shop angebotenen Dienstleistungen aufgeführt, die erste enthält fünf Punkte mit Dienstleistungen für Orange-Kunden, alles wenig überraschende Leistungen wie Beratung, Konfiguration, Administration der Daten etc.
Die zweite Liste kommt mit dem neuen Angebot daher: “Und da wir für alle da sein möchten, stehen die folgenden Dienste nicht nur für unsere Orange Kunden bereit, sondern auch für Swisscom- oder Sunrise- Kunden”.
Es folgen, wow, sage und schreibe zehn Punkte. Orange tut doppelt so viel für die anderen wie die eigenen Kunden. Mal sehen…
- Unterstützung bei der Konfigurierung Ihres Mobiltelefons bzw. Ihrer elektronischen Agenda (E-Mail, WAP, MMS und GPRS) – Das ist das gestern besprochene. Das ist wirklich eine neue Philosophie. Bin gespannt, wie das in der Praxis funktioniert. Aber ich finde den Ansatz respektabel und durchaus lobenswert.
- Aufladen von Akkus von Mobiltelefonen – Na ja, nett, aber keine Riesenleistung. Andererseits, jeder der schon mal unterwegs das Handy-Netzteil vergessen hatte (Laptop ist noch schlimmer), wird wissen, dass das sehr willkommen sein kann.
- Testen von Live Mobiltelefonen vor Ort — Aha. Welche Art Test genau? Was sind überhaupt “Live Mobiltelefone”? Ist das vielleicht was für Omas? “Junger Mann, mein Handy funktioniert nicht mehr, können Sie mal schauen?” – “Haben Sie es vielleicht ausgeschaltet?”
- Reparaturdienst für Mobiltelefone sowie Erhalt eines Ersatzgerätes — OK. Das dürfte neu sein, wenn man auch als Fremdkunde ein Gratis-Ersatzgerät bekommt. Wobei dort nicht steht, dass es gratis ist.
- Behalten Ihrer derzeitigen Mobiltelefonnummer (einschliesslich der Vorwahlen 079 & 076), wenn Sie zu Orange wechseln — Nummern-Portabilität, gibt es schon seit vier Jahren oder so. Ist vielleicht noch nicht allen bekannt. Ausserdem: siehe unten.
- Erinnerungsservice (rechtzeitig vor Ablauf der Vertragslaufzeit, Vertrag unter Einhaltung der bestehenden Fristen kündigen) — Reine Verkaufsunterstützung, gibt es schon seit Jahren, auch online. Ausserdem: siehe unten.
- Gutschrift von CHF 50.- beim Eintausch des alten Mobiltelefons gegen ein Neues mit einem Orange Vertrag (neuer Preisplan oder Vertragsverlängerung) — siehe unten.
- Beratung bei der Optimierung des Preisplanes — siehe unten.
- Grosse Auswahl an Mobiltelefonen, Zubehör sowie PCMCIA-Datenkarten — siehe unten.
- Vermietung von Triband-Mobiltelefonen im Orange Center im Zürich-Flughafen — Kann sein, dass das bisher anders war, dass man nur als Orange-Kunde ein Handy für die USA-Reise mieten konnte. Aber Vermietung heisst ja auch, dass es etwas kostet.
Insgesamt ist es schon ein bisschen lustig, dass zwar eine Leistung wirklich neu ist, dass es aber sonst bei fünf der zehn Punkten nur darum geht, den Leuten ein Orange-Abo zu verkaufen.
Aber wenn man es recht überlegt, ist natürlich schon was dran: Zu Orange wechseln kann man tatsächlich nur, wenn man vorher Swisscom- und Sunrise-Kunde ist. Also doch richtig exklusiv! Danke, Orange! :-)
Die Raiffeisen-Banken haben hat seit gestern ein neues Logo, und zwar nicht eins, das man nur bei genauem Hinsehen vom alten unterscheiden kann (vgl. Migros), sondern ein ganz und gar anderes:
alt:

(Es scheint gute Tradition bei allen Rebrandings zu sein, dass man versucht, auch die letzte Instanz des alten Logos von der Website zu kratzen. Auch habe ich nie in einer entsprechenden Medienmitteilung alt und neu nebeneinander gesehen. Für den Vergleich muss man immer die Google-Bildersuche bemühen. Da von der allerdings auch viele halbprivate Vereins- u.ä. Websites gefunden werden, ist einigermassen sichergestellt, dass man das alte Logo noch einige Jahre finden wird. :-)
neu:

So neu und so anders als das alte ist das neue Logo, dass man sich kurz fragt, ob man nicht versehentlich auf der Raiffeisen-Website eines Nachbarlandes gelandet ist. Aber wie ein kurzer Check ergibt, stecken Deutschland und Österreich mit ihren Logos noch tief in den Achtzigern (das bis vorgestern gültige Raiffeisen-CH-Logo war zuletzt 1973 geändert worden).
Der neue Markenauftritt ist von Metadesign, die Website hat vermutlich namics neu angemalt, das stand nirgends. (Wir haben zusammen mit namics zweimal für Raiffeisen gearbeitet, wenn ich mich recht entsinne, einmal an der Onlinebank, einmal vermutlich an der Vorvorgängerin der jetzigen Website.)
Ein kurzer Blick auf die neue Homepage zeigt eine überraschende Schwäche: Im Bereich “Service” links unten sind liegen sechs von sieben Navigationspunkten bei 1024 x 768 unterhalb der Scrollgrenze:
(Länger gezogenes Browserfenster, der rote Strich bei der Höhe 768 ist von mir und markiert die Scrollgrenze; die Items Newsletter, Produkte A-Z, Download-Center, Raiffeisen Immo-Markt, Berechnungstools und Medien wären nicht sichtbar.)
Verstehe ich nicht ganz, da man oben eher grosszüging mit dem Platz umgeht (womit ich nicht sagen will, man sollte ruhig alles vollkleistern).
Einen kleinen, lustigen Bug hab ich noch gefunden: Im Bereich “Medien” kann man auf einer Seite Corporate Design das Logo und Fotos der ersten umgerüsteten Filiale herunterladen. Dort sieht man zum Beispiel, dass das neue Logo auch aufwärts funktioniert, was beim alten vermutlich schwierig gewesen wäre. Auf dieser Seite ist auch eine Datei Lies_mich.pdf verlinkt, die den Umgang mit dem neuen Logo erklärt. Dieser (an sich angenehm kurze, andere Branding-Agenturen hätten hier 30 Seiten mit Richtlinien untergebracht) Text enthält den schönen Absatz:
Im Hinblick auf ein konsistentes Erscheinungsbild sollte, wo immer möglich, die Sonderfarben-Version oder die vierfarbige Version des Raiffeisen-Logos eingesetzt werden. Zusätzlich liegen schwarzweisse Strichvarianten und weiss negative Strichvarianten vor.
Ähh… Welche vierfarbige Version jetzt genau?