Agentur für User-Centered Design
Marcel macht die erste Hälfte – Was sind Blogs? – und Jürg macht die zweite – Wie macht man einen Blog?
(Ich schreibe natürlich nicht hektisch die Folien ab, denn die man ja hinterher anschauen, sondern versuche, das zwischen den Zeilen mitzubekommen.)
Umfrage im Publikum:
Wer liest Blogs? Etwa 40 von 50.
Wer schreibt Blogs? Etwa 10 von 50.
15:48
Marcel musste lernen, dass es “das Weblog” heisst, nicht “der Weblog”. Ist in Deutschland etwas anders als in der Schweiz. (Weiss ich auch erst seit Februar, seit ich die Leute von der deutschen Riesenmaschine getroffen habe.)
15:50
Marcel stellt ein Koordinatensystem verschiedener Arten von Blogs vor: Wahlblog, Unternehmensblog etc.
15:54
Beispiele für Weblogs.
Unternehensblog, der viel beachtet wird: Frosta Blog. (Noch nie angeschaut, muss ich mal machen.)
15:55
Anzahl Weblogs, Grafik von Patrice Neff.
Grafik von Technorati. Nur 1% der Blogs sind deutsch. (Willkommen, liebe Minderheit.)
15:57
Gawker und Gizmodo von Nick Denton haben 50’000 Unique Visitors pro Tag – und 200’000 Sessions, das heisst, die Leute schauen viermal am Tag vorbei. Dentons Blogs machen die Statistik öffentlich, unten hat es ein Icon Site Meter (Interessant, muss ich sofort anschauen.)
Kein Journalist z.B. im IT-Bereich kann heute noch seriös arbeiten, ohne bestimmte Blogs zu lesen.
Statistik zu Postings: 50’000 pro Stunde.
Ich-Unternehmer als Weblog-Businessmodell.
Rupert Murdoch: “Monopole sind schlimm — bis man selbst eins hat.”
(Äh, habe ehrlich gesagt den Zusammenhang verpasst, was Murdoch mit dem Ich-Unternehmer zu tun hat. Aber den Spruch mag ich. Ich zitiere in ähnlichem Kontext jeweils den Spruch von Senator William Proxmire über Seniorität, siehe Webpagesthatsuck – Awards — Achtung Frame, korrekter Einstieg hier.)
16:02
Jürg Stuker übernimmt — mit namics-Folien.
(Die PowerPoints hättet Ihr schon mergen können, das haben sogar Dani Niklaus und ich geschafft. Hätte das namics-Layout genommen, ist luftiger.)
16:04
Sind Blogs nur ein Element unter diversen von “Web 2.0″?
Jürg macht drei Anläufe zu definieren, was ein Blog ist. Der dritte gefällt ihm am besten: “Ein Blog ist eine Website.” Und zwar eine, die in vielem so ist, wie Websites eigentlich von Anfang an gedacht waren: mit stabiler URL etc.
16:07
Formale Aspekte: Was gehört alles zu einem Weblog.
Jürg präsentiert 7 Punkte. Diese sind nummeriert: 1, 2, 1, 2, 3, 4, 5. Habe ich da was verpasst?
Jürg, wie man hört, hat auch Mühe, ob es jetzt “das Weblog” oder “der Weblog” heisst.
16:10
Jürg zeigt den namics-Weblog und loggt sich als Autor ein.
Sehe zum ersten Mal das aktuelle Interface von MovableType. Kein Wysiwyg. Sieht schlechter als WordPress aus, aber besser als Kaywa. :-)
(Sorry, Roger, es gibt eine neue Version, hast Du geschrieben, ich könne updaten — lieber heute als morgen!)
Jürg posted die Folien im namics-blog. (Seine oder die von Marcel? Update: Alle als gemeinsames PDF.)
Er erklärt, wie das mit dem Pingen funktioniert und zeigt den soeben erstellten Beitrag bei blogug. Ich falle mit diesem Posting live vor allen Teilnehmern auf, da es auch schon gelistet ist. :-)
16:15
Statistiken: namics-Blog schlägt namics-Website bei den Zugriffen deutlich. Zahlen von der namics-Website habe ich verpasst. (Ist bei Zeix auch so. Etwa 1000 zu etwa 200. Wobei ich mich über beides manchmal wundere, woher die alle kommen.)
Weil man Statistiken ja nicht trauen kann, auch wegen RSS-Subscriptions und so, noch ein konkreteres Beispiel: Ein Vortrag, den Jürg eingestellt hat, wurde insgesamt 1000mal runtergeladen, davon 500mal am ersten Tag. Eindrücklich.
16:17
Wer liest den namics-Blog?
Viele lesen, aber beim Kommentieren fühlen sich nicht alle zuhaus. Friends & Family kommentieren (das stimmt…), aber Erstkontakt entsteht meist per Mail. Dazu kommt sehr viel persönliches Feedback. (Das stimmt, “Ach, Du bist Peter Hogenkamp, ich lese Deinen Blog”, habe ich auch schon ein paarmal gehört.)
16:21
Wie werden Weblogs verbreitet?
Im namics Intranet (super use case! :-)
Via Technorati, blog.ch, blogug, bloglines.
blogg.ch wird speziell erwähnt. Jürg fühlt sich sehr geehrt, dass Fredy den Feed des namics-Blogs bei sich einbindet. (Ach, ist das nicht Publireportage? :-)
Der namics-Blog wurde 16mal in Zeitungen erwähnt, plus 10vor10 etc. Alles Beiträge, die nur am Blog interessiert waren, nicht an einer mittelgrossen IT-Beratungsfirma.
16:24
Folie “Die lieben Kommentare” (nehme an, spätestens jetzt haben alle Lesenden schon die Slides offen. Ich sollte zu Copy/Paste übergehen, wäre weniger anstrengend…)
Schade bei den Slides: Von den animierten Screenshots sieht man im PDF nur noch den obersten. Kann man das nicht auch im PDF “animiert” machen? Oder halt fünf Folien statt einer.
Lustiges Beispiel: Ein Betreiber eines Atomkraftwerks sagt: “Ich habe keine Kunden, sondern nur Gegner. Wenn ich einen Blog habe, weiss ich, was passiert.”
Jürg argumentiert, dass das stimmt, aber man die Kommentare lieber bei sich haben will, dann kann man ihnen begegnen. Stimmt. Wenn man mit Kritik umgehen kann, jedenfalls.
16:26
Beispiel kaputter namics-Banner. Patrice Neff (ex namics) hat es im Nu aus Peru gefunden, geposted, und Jürg wusste es daher sofort. Hat es umgedreht und sich mit seinem Post Die Macht der Blogs. So soll es sein! bedankt und einen kleinen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem er namics gleichzeitig – vorübergehend – auf Platz 2 beim Suchbgriff “intranet” gebracht hat. (etwas verkürzt, bitte selbst die Posts nachlesen)
16:32
Jürg liest nicht 1000 Blogs, schaut aber mehrmals am Tag Technorati an, ob jemand was über namics schreibt.
Und hat 39 Feeds abonniert in Bloglines. (War aber nur ein Screenshot, man weiss nicht, wieviel Ungelesene er hat.)
namics bringt im Intranet alle Posts und Flickr-Fotos von von den verschiedenen Mitarbeiter-Blogs an einem Ort zusammen.
16:34
Marcel Bernet übernimmt wieder, gut erkennbar an der 72-pt-Schrift. :-)
Sie haben bernetblog mit Typo3 aufgesetzt und bereuen bitterlich, dass sie es nicht mit einem Standardtool wie MovableType gemacht haben – so war es viel mehr Arbeit.
16:36
Folie “Wie man Blogger kontaktiert”: Marcel richtet sich an die Blog-Leser in Firmen, die rausfinden, dass Blogger über ihre Firma schreben.
Schreiben Sie lieber ein Mail als einen bösen Kommentar.
Beispiel Jamba (Klingeltonfirma) aus Deutschland, die hässige Kommentare ins Spreeblick-Posting “Jamba-Kurs” von Johnny Häusler (bekannter deutscher Blogger) geschrieben haben, die dann zu Jamba zurückverfolgt werden konnten.
16:38
Cool: Marcel hat für sein Buch Robert Scoble interviewt. Scoble spricht bei Microsoft intern nur noch mit PR-Leuten, die auch selbst bloggen. Die anderen können eh nicht mitreden. Nicht schlecht, der Scoble.
16:40
Fünf Fragen, ob man auch selbst bloggen sollte.
Hehe. Im PDF (Folie 93 — die Zahl stimmt nie im Leben, das kommt von handgemachten Seitenzahlen, PDF Seite 22 unten) sind es auch fünf Punkte, aber obendrüber steht “vier Fragen”. Ist mir auch letztens passiert beim Blog-Artikel im Netzguide. Hat aber keiner gemerkt.)
Noch so eine Zweidimensionenmatrix (die nicht im PDF ist) mit einer Einordnung von verschiedenen Medien. Macht nichts. Diese Akademisierung der Themen mache ich auch gern, aber ehrlich gesagt…
16:45 – fertig
Auf die Minute pünktlich, Hut ab.
Fragen?
Frage 1:
Wie sollten Blog-URLs sein?
Jürg versteht die Frage so: Was steht hinter der Domain in der URL? Kurz, einfach, ein bisschen sprechend.
Marcel versteht die Frage anders: Wie lautet die Domain des Blogs? Sie haben bernetblog.ch genommen, weil sie eine eigene Marke aufbauen wollen, namics dagegen arbeitet mit blog.namics.com. Dieses “blog” als Subdomain wird sich gut durchsetzen.
(Finde ich auch – es sei denn, die Firma besteht praktisch nur aus dem Blog, dann kann er auch unter www laufen, finde ich. Bernetblog finde ich nicht so sinnvoll. Ist ja letztlich doch nur eine Marke.)
Frage 2:
Sind Blogs ein eigenständiges Medium?
Marcel findet, so halb. Der Charakter als Medium ist nicht das wichtige, sondern der Content.
Marcel zitiert BloggingTom, ohne zu wissen, dass er hier sitzt. Ein Promi-Punkt an Tom!
Jürg findet auch: Klar kein neues Medium, Blogs sind so, wie das Internet eigentlich sein solte. Früher hatten die Browser wie Netscape Navigator Gold Edition ein eigenes Editing-Tool drin.
Frage 3:
Aber das zeitnahe Element?
Jürg: Viele Sachen, die in Blogs stehen, könnte man auch auf normalen Websites publizieren. Aber wer zeitnah posten will, der macht es halt heute in Blogs. (Sehe ich genauso. Irgendwann vermutet man vermutlich auf Websites gar keine aktuellen Inhalte mehr ausser Presse-Bla.)
Frage 4:
Eigene Domain oder Hosting-Dienstleister wie Blogger oder Kaywa?
Jürg: Ich als IT-Dienstleister hab’s halt gern bei mir lokal wegen Verfügbarkeit. Müssen aber andere nicht so machen. (Wichtig ist vor allem, dass man eine Adresse hat, die bleibt. Mein Umzug weg von Blogger war die Hölle.)
Marcel: Eigene Domain ist nett, muss aber nicht sein. Scoble bloggt auch unter wordpress.com.
Frage 5:
Welches Produkt aus dem klassischen PR-Sortiment wird durch ein Weblog konkurrenziert?
Marcel: Eigentlich keines, man kann alles weiter machen.
Jürg: Die Medienmitteilung. Beispiel Google, bei dem alles über den Blog läuft.
bernetblog wird noch eine Notification per E-Mail machen, weil eben noch nicht alle RSS lesen. Wie lange hat es gedauert, bis wir Medienmitteilungen nur noch per E-Mail versenden konnten?
Siehe auch Gastbeitrag im bernetblog Das Ende der Medienmitteilung?
Das war’s.
(Ich verlinke gleich noch mal ein paar Sachen, die ich weiter oben geschrieben habe, hatte laufend keine Zeit.) (Update aus dem Zug: Erledigt.)
5 Kommentare zu “Liveblogging iEX: “Weblogs: Vom Hype zum Kommunikationswerkzeug””
Roger | Samstag, 20.05.2006 07:58 |
Also jetzt hast Du ja das Update mit Wysiwyg:)
Renato | Mittwoch, 17.05.2006 08:00 |
Sehr gute Zusammenfassung. ich war vor Ort und kann die Abfolge nur bestätigen. Wenn man jetzt noch den Buch-Vorabdruck von Marcel Bernet runterladen könnte, dann gäbe es wirklich keinen Grund mehr Geld auszugebem… :-)
Thomas Lang | Dienstag, 16.05.2006 19:33 |
Super Liveblogging – konnte mir glatt CHF 175.- sparen ;-) PS: Zu “was User lieben, was sie hassen” komm’ ich dann persönlich.
Peter Hogenkamp | Dienstag, 16.05.2006 18:52 |
Hallo Bloggerli Danke für die Blumen. Ich hab es schon lieber, wenn die Leute zu meinen Vorträgen persönlich kommen. Aber wenn es ein paar sowieso zuhaus gebliebenen den Zugang erleichtert, prima. Gruss, Peter
Bloggerli | Dienstag, 16.05.2006 15:52 |
ein Highlight. da muss man gar nicht mehr an den Vortrag sondern kann einfach die Folien anschauen und den Blog lesen :-)
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