Agentur für Usability und User Education
“Informationsarchitektur übersetzen” ist das Thema der diesjährigen europäischen Konferenz EuroIA in Barcelona.
Die rund 170 Teilnehmer aus 15 Ländern nennen sich teils Informationsarchitekten, teils auch Interface Designer, Business Analysts, Experience Consultants usw. Ihnen gemeinsam ist die Aufgabe, Informationsarchitekturen und Benutzerschnittstellen so zu konzipieren, dass der User sie versteht. Mit User-Centered Design natürlich :-).
Um ihre Ideen, Methoden und Projekte geht es bei diesem Kongress. Zwei wichtige Themen dieses Jahr sind der Umgang mit komplexen Produktstrukturen und wie User angeregt werden können, beim Navigieren zu erkunden bzw. sogar gerne etwas zu lernen.
Neben den Themen haben die Teilnehmer auch noch einen anderen Grund, zu kommen: Die Konferenz ist die einzige, an der Informationsarchitekten nicht erklären brauchen, was sie tun :-). Ich war dort schon letztes Jahr und es war wieder sehr vielseitig - hier kürze ich jetzt ab, weil natürlich muss auch noch genetworkt werden - wozu wir uns extra ins Nachtleben von Barcelona stürzen müssen. - Wir geben ja alles für die User ;-).
Kurzer Bericht von der Mensch&Computer 2007 in Weimar

Als Konferenz-Teilnehmerin komme ich nicht nur mit einer hübschen Tasche voller Bücher und Unterlagen zurück, sondern vor allem mit der Erkenntnis, dass sich der deutsche Markt wohl doch nicht so sehr vom Schweizer unterscheidet.
Die grossen Agenturen (User Interface Design, SirValUse, Ergosign) arbeiten wie wir an immer mehr User-Centered Design-Projekten, die Universitäten und Fachhochschulen forschen munter an Methoden (beliebteste Testpersonengruppe: Psychologie-Studenten), und viele kleine 2-bis-5-Mann-Buden drängen auf den Markt.
Die Vorträge und Demonstrationen, die ich gesehen habe, waren insgesamt gelungen. Heraus stachen für mich die Inhalte der deutschen UPA (Usability Professionals’ Asscociation), die doch sehr Praxis-relevant waren in ihren Fragestellungen.
So ging es zum Beispiel um den direkten Vergleich eines Papier-Prototypen vs. Prototyp am Computer (Resultat: beide etwa gleich gut ;-).
Oder um die Frage, wieviele Testpersonen für eine Eye-Tracking-Untersuchung benötigt werden (Resultat: Hängt von der Fragestellung ab, aber mit 30 kommt man gut hin - da stellt sich für mich nur die Frage, welcher Kunde das bezahlt??)

In guter Erinnerung sind auch die beiden Keynotes, die ich gesehen habe:
Adrian David Cheok erzählte via Video Conferencing von den Projekten seines Mixed Reality Lab: Da werden unter anderem zum Schreien komische Spiele mit Mitmenschen und Haustieren entwickelt - man kann als Avatar seinem realen Hamster davon rennen (Metazoa Ludens), mit seinen Grosseltern auf einem Fussboden rumhüpfen (Age Invaders) oder seine Kinder übers Internet umarmen, sofern sie das Internet Pijama tragen.

Live aus Singapur: der Leiter vom Mixed Reality Lab
Die Keynote vom Dienstag war dann ein wenig ernsthafter, Thyra Rauch (President of UPA International) erzählt über die Vergangenheit und Zukunft der Usabiltiy Branche und unseres Berufsstandes. Fazit: Jetzt wo wir nicht mehr allen erklären müssen, wie wichtig die User Experience ist, müssen wir uns mit guter Qualität (und somit fortschrittlichen Messmethoden) beweisen.
Mein persönliches Fazit: die zwei Tage in Weimar haben sich sehr gelohnt, der Austausch mit anderen Usability Professionals war auch dank den Abendveranstaltungen sehr gut, die Vorträge wie erwähnt OK.
Und die zahlreichen vorgestellten Ausbildungsmöglichkeiten und anwesenden Berufseinsteiger geben Hoffnung, dass wir bald mehr Bewerbungen von gut ausgebildeten Spezialisten erhalten…