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Welt-Usability-Tag Countdown: noch 5 Tage

Fliegen ist fast wie Zug fahren

Morgen fliege ich für einen Tag nach Florenz. Etwas dekadent, ich weiss, aber meine Mutter hatte noch einen Gratisflug. Nach ausgiebigen Usability-Tests der Check-in-Automaten am Flughafen Zürich vor zwei Wochen (wir berichten in der nächsten Ausgabe der Netzwoche (Nr. 20) ausführlich darüber) war ich motiviert, mich nun ans Web-Check-in der Swiss zu wagen.

Auf der Homepage von Swiss finde ich sofort den Direktlink zum Web-Check-in und starte die Applikation. Es erstaunt mich, dass diese in einem kleinen Pop-up-Fenster geöffnet wird. Die Inhalte sind unnötig gedrängt - genügend Platz wäre ja vorhanden.

Ich konzentriere mich dann aber auf die Eingabe meiner Daten. Die gut sichtbare Schrittanzeige zeigt mir an, dass ich mich im Schritt 1 von 4 Schritten zum Ziel befinde. Wie ich es von den Check-in-Automaten kenne, muss ich erst meine E-Ticket-Nummer eingeben. Dies fällt mit der Computer-Tastatur ungemein leichter, als über den Touchscreen. Warum ich aber zusätzlich zur Nummer noch Abflughafen, Bestimmungsort und Namen eingeben muss, obwohl dies doch alles mit meiner Buchungsnummer gespeichert ist, verstehe ich nicht.

In einem weiteren Schritt erscheinen mein Name und die Flugdaten des Hin- und Rückflugs. Über einen Button «Zusätzlicher Passagier» kann ich meine Mutter problemlos in den Check-in-Prozess mit aufnehmen. Mühe bereitet mir dann aber das Lesen der ersten Tabelle (Reisender, Sitzplatz, Gepäckaufgabe). Weil das Auge zu wenig durch Lesehilfen unterstützt wird, lese ich die Tabelle erst horizontal anstatt vertikal und frage mich, warum ich bei «Zugewiesener Sitzplatz» Ja oder Nein auswählen kann. Ich merke dann aber, dass sich die Frage auf die Gepäckaufgabe bezieht. Also wähle ich «Nein».

Check-in ist für zwei Personen gleichzeitig möglich

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Im Text unterhalb der Schrittanzeige wird mir erklärt, was ich nun machen muss und was mich im nächsten Schritt erwartet. Es ist zwar gut gemeint und auch richtig, dem User zu erklären, wie der Prozess abläuft. Die Glaubwürdigkeit der Schrittanzeige wird jedoch augenblicklich in Frage gestellt, denn im Text steht, dass «später» der Sitzplatz geändert werden kann. Dies wird in der Schrittanzeige aber nicht angezeigt. Wie bei den Check-in-Automaten wird diese tolle Eigenschaft viel zu wenig prominent dargestellt. Meiner Meinung nach ist die Sitzplatzwahl ein wesentlicher Schritt im Check-in-Pozess und hätte einen festen Platz in der Prozessabfolge verdient.

Den Sitzplatz wähle ich dann im Schritt «Bestätigung» unterhalb des Titels «Sie haben erfolgreich eingecheckt». Offensichtlich wurden die Sitze automatisch zugewiesen, ich kann sie nun aber wieder ändern. Die Sitzplatzauswahl macht - analog der Check-in-Automaten - richtig Spass. Ich kann mich mittels Pfeil im Flugzeug vorwärts- und zurückbewegen und sehen, ähnlich wie bei der Online-Kinoreservation, welche Sitze besetzt und welche noch frei sind. Der Sitzplatz meiner Mutter wird ebenfalls angezeigt und ich kann sie neben mich platzieren.

Intuitive Sitzplatz-Auswahl

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Erst jetzt ist für mich der Check-in-Prozess wirklich abgeschlossen und ich kann im letzten Schritt meine Bordkarte ausdrucken. Vorher muss ich aber noch einen Sicherheitshinweis bestätigen, dass mein Gepäck auch wirklich nie unbeaufsichtigt war und mir niemand etwas zugesteckt hat. Entweder muss ich nun lügen oder den Check-in-Prozess abbrechen, denn ich habe gar noch nicht gepackt! Ich entscheide mich so kurz vor dem Ziel zur Lüge. Und der Belohnungseffekt war gross, als ich die Bordkarte aus dem eigenen Drucker holen konnte!

Ich freue mich schon darauf, Morgen am Flughafen an den Check-in-Schlangen vorbei und direkt auf die Passkontrolle zuzusteuern. So ist Fliegen schon fast wie Zug fahren.

Noch 5 Tage bis zum Welt-Usability-Tag mit dem Thema «Transportation». Lesen Sie hier jeden Tag über eine Usability-Hürde oder eine gute Usability-Lösung im Bereich Verkehrs- und Transportwesen.

Wettbewerb
Haben Sie selbst ein Foto von einer Usability-Tücke oder einem Highlight gemacht, das mit Verkehr und Transport zu tun hat? Senden Sie Ihre kommentierten Fotos an info@zeix.com. Für die besten drei gibts Kinogutscheine.

Mehr Informationen zum World Usability Day 2008.


nutzbar.ch vom inoffiziellen zum offiziellen Zeix-Blog

Es ist wie im echten Leben (oder bei der Credit Suisse): Kaum ist die letzte Reorganisation verdaut, steht schon die nächste vor der Tür. So auch für nutzbar.ch, im Oktober 2005 unter grossen Anstrengungen (zum Glück hauptsächlich von kaywa :-) von Blogger hierher umgezogen.

Eigentlich war nutzbar.ch ein privates Projekt von mir, die Domain habe ich schon 2002 reserviert. Seit 2003 blogge ich darauf ein bisschen, seit 2005 einigermassen regelmässig, mit ganz erfreulichem Zuspruch.

Dabei merke ich aber schon seit längerem, dass die Leser keinen Unterschied machen zwischen Zeíx und nutzbar. Wenn der Blog irgendwo zitiert wird, heisst es immer: “Zeix findet auch…”, ja sogar wenn Hogenkamp in seiner Freizeit ehrenamtlich in der Jury der “Goldenen Maus” aktiv ist, schreiben manche, wenn ihnen etwas nicht passt: “Zeix hat einen Fehler gemacht…”

Was liegt da näher, als den Blog auch tatsächlich zum offiziellen Zeix-Blog zu machen. Benutzerkonten einzurichten für Jacqueline, Ina, Beat (gerade in den Ferien — du weisst, dass deine Firma gewachsen ist, wenn immer einer in den Ferien ist), Gregor, Angie, Andrea, Philipp, Billy, Moritz und Andreas (also alle Consultants) und sich zu freuen, dass die Blogosphäre auch mal lesen kann, was die anderen Zeixies, die ja zusammen viel mehr Projekterfahrung sammeln als ich, zu Usability-Themen denken. (Und ich mach dann mal einen privaten Blog, in dem ich nicht immer denken muss, oje, das ist jetzt aber wieder off topic oder zumindest Usability seeehr weit ausgelegt.)

Apropos, Blogosphäre, jetzt aber noch eine Frage, auch wenn ich inzwischen weiss, dass nur fünf Leute antworten, aber besser als nichts: Unter welcher URL?

blog.zeix.com wie die Kollegen von namics? (Und in Kauf nehmen, dass nach sieben Monaten schon wieder die Links ändern und man sie irgendwie umhängen oder gar von Hand zügeln muss?)

Oder blog.nutzbar.ch lassen? Mit den ganzen Zeix-Links sieht man ja deutlich genug, wer der Absender ist, aber es ist weniger Branding als das oben.

Dankbar für Input:
Peter (Ex-Alleinblogger in spe)


Orbit-iEX: Neuer Orbit-iEX-Blog versteckt sich leider

Am letzten Freitag wurde er an der Medienkonferenz der Orbit-iEX angekündigt: Ein Blog zur Orbit-iEX. Geschrieben von Peter Metzinger, Profi-Campaigner. Kann gut sein, dass die Idee erst an der Medienkonferenz entstand, denn eine Adresse hatte man noch nicht parat. Nur wer googelte, fand ein Post in Metzingers eigenem Blog. Einen Link gab es noch nicht, was ich schade fand, sonst hätte ich gleich am Freitag subscribed, was ich auch dort per Kommentar zu Protokoll hab.

Es kam, wie es kommen musste, diese Woche hatte ich natürlich noch keine Zeit und Musse, mich wieder an den Blog zu erinnern und danach zu suchen. Entsprechend begegnete er mir heute recht zufällig in der Liste der letzten Posts bei blog.ch. Er läuft unter orbit-iex.kaywa.ch und kam gestern auf respektable acht Posts.

Um es klar zu sagen, ich bin sehr für Schnellschüsse. Wenn jemand am Freitag merkt, dass er eigentlich am Dienstag einen Blog haben sollte, und nicht sagt: “Das machen wir dann nächstes Jahr”, sondern: “Das ziehen wir durch”, dann hat er immer meinen Respekt.

Nur:

  1. Wieso nicht am Freitag Nachmittag schnell bei Kaywa angerufen und am Telefon eine Adresse vereinbart? Und dann bei inside-it, Computerworld und den üblichen Verdächtigen, die sicher alle ihre News zum Blog schnell noch verlinkt hätten.
  2. Wo ist der angekündigte Link auf der iEX-Homepage? Ich hab ihn nicht gefunden.
  3. Wo sind die Kommentare bei einigen anderen Blogs, die gestern zum Thema Orbit-iEX gebloggt haben (immerhin 76 Posts): “Hallo, unser Blog ist jetzt auch online?”

Update: Habe gerade gesehen, Metzinger macht auch Liveblogging von einem Seminar, Post Mehrwerte von VoIP und wie man richtig evaluiert. (Live). Teil 1 und folgende. Ist doch prima. Also sollte es auch jemand lesen. :-)


Liveblogging iEX: “Weblogs: Vom Hype zum Kommunikationswerkzeug”

Marcel macht die erste Hälfte - Was sind Blogs? - und Jürg macht die zweite - Wie macht man einen Blog?

(Ich schreibe natürlich nicht hektisch die Folien ab, denn die man ja hinterher anschauen, sondern versuche, das zwischen den Zeilen mitzubekommen.)

Umfrage im Publikum:

Wer liest Blogs? Etwa 40 von 50.

Wer schreibt Blogs? Etwa 10 von 50.

15:48

Marcel musste lernen, dass es “das Weblog” heisst, nicht “der Weblog”. Ist in Deutschland etwas anders als in der Schweiz. (Weiss ich auch erst seit Februar, seit ich die Leute von der deutschen Riesenmaschine getroffen habe.)

15:50

Marcel stellt ein Koordinatensystem verschiedener Arten von Blogs vor: Wahlblog, Unternehmensblog etc.

15:54

Beispiele für Weblogs.

Unternehensblog, der viel beachtet wird: Frosta Blog. (Noch nie angeschaut, muss ich mal machen.)

15:55

Anzahl Weblogs, Grafik von Patrice Neff.

Grafik von Technorati. Nur 1% der Blogs sind deutsch. (Willkommen, liebe Minderheit.)

15:57

Gawker und Gizmodo von Nick Denton haben 50′000 Unique Visitors pro Tag - und 200′000 Sessions, das heisst, die Leute schauen viermal am Tag vorbei. Dentons Blogs machen die Statistik öffentlich, unten hat es ein Icon Site Meter (Interessant, muss ich sofort anschauen.)

Kein Journalist z.B. im IT-Bereich kann heute noch seriös arbeiten, ohne bestimmte Blogs zu lesen.

Statistik zu Postings: 50′000 pro Stunde.

Ich-Unternehmer als Weblog-Businessmodell.

Rupert Murdoch: “Monopole sind schlimm — bis man selbst eins hat.”

(Äh, habe ehrlich gesagt den Zusammenhang verpasst, was Murdoch mit dem Ich-Unternehmer zu tun hat. Aber den Spruch mag ich. Ich zitiere in ähnlichem Kontext jeweils den Spruch von Senator William Proxmire über Seniorität, siehe Webpagesthatsuck - Awards — Achtung Frame, korrekter Einstieg hier.)

16:02

Jürg Stuker übernimmt — mit namics-Folien.

(Die PowerPoints hättet Ihr schon mergen können, das haben sogar Dani Niklaus und ich geschafft. Hätte das namics-Layout genommen, ist luftiger.)

16:04

Sind Blogs nur ein Element unter diversen von “Web 2.0″?

Jürg macht drei Anläufe zu definieren, was ein Blog ist. Der dritte gefällt ihm am besten: “Ein Blog ist eine Website.” Und zwar eine, die in vielem so ist, wie Websites eigentlich von Anfang an gedacht waren: mit stabiler URL etc.

16:07

Formale Aspekte: Was gehört alles zu einem Weblog.

Jürg präsentiert 7 Punkte. Diese sind nummeriert: 1, 2, 1, 2, 3, 4, 5. Habe ich da was verpasst?

Jürg, wie man hört, hat auch Mühe, ob es jetzt “das Weblog” oder “der Weblog” heisst.

16:10

Jürg zeigt den namics-Weblog und loggt sich als Autor ein.

Sehe zum ersten Mal das aktuelle Interface von MovableType. Kein Wysiwyg. Sieht schlechter als WordPress aus, aber besser als Kaywa. :-)

(Sorry, Roger, es gibt eine neue Version, hast Du geschrieben, ich könne updaten — lieber heute als morgen!)

Jürg posted die Folien im namics-blog. (Seine oder die von Marcel? Update: Alle als gemeinsames PDF.)

Er erklärt, wie das mit dem Pingen funktioniert und zeigt den soeben erstellten Beitrag bei blogug. Ich falle mit diesem Posting live vor allen Teilnehmern auf, da es auch schon gelistet ist. :-)

16:15

Statistiken: namics-Blog schlägt namics-Website bei den Zugriffen deutlich. Zahlen von der namics-Website habe ich verpasst. (Ist bei Zeix auch so. Etwa 1000 zu etwa 200. Wobei ich mich über beides manchmal wundere, woher die alle kommen.)

Weil man Statistiken ja nicht trauen kann, auch wegen RSS-Subscriptions und so, noch ein konkreteres Beispiel: Ein Vortrag, den Jürg eingestellt hat, wurde insgesamt 1000mal runtergeladen, davon 500mal am ersten Tag. Eindrücklich.

16:17

Wer liest den namics-Blog?

Viele lesen, aber beim Kommentieren fühlen sich nicht alle zuhaus. Friends & Family kommentieren (das stimmt…), aber Erstkontakt entsteht meist per Mail. Dazu kommt sehr viel persönliches Feedback. (Das stimmt, “Ach, Du bist Peter Hogenkamp, ich lese Deinen Blog”, habe ich auch schon ein paarmal gehört.)

16:21

Wie werden Weblogs verbreitet?

Im namics Intranet (super use case! :-)

Via Technorati, blog.ch, blogug, bloglines.

blogg.ch wird speziell erwähnt. Jürg fühlt sich sehr geehrt, dass Fredy den Feed des namics-Blogs bei sich einbindet. (Ach, ist das nicht Publireportage? :-)

Der namics-Blog wurde 16mal in Zeitungen erwähnt, plus 10vor10 etc. Alles Beiträge, die nur am Blog interessiert waren, nicht an einer mittelgrossen IT-Beratungsfirma.

16:24

Folie “Die lieben Kommentare” (nehme an, spätestens jetzt haben alle Lesenden schon die Slides offen. Ich sollte zu Copy/Paste übergehen, wäre weniger anstrengend…)

Schade bei den Slides: Von den animierten Screenshots sieht man im PDF nur noch den obersten. Kann man das nicht auch im PDF “animiert” machen? Oder halt fünf Folien statt einer.

Lustiges Beispiel: Ein Betreiber eines Atomkraftwerks sagt: “Ich habe keine Kunden, sondern nur Gegner. Wenn ich einen Blog habe, weiss ich, was passiert.”

Jürg argumentiert, dass das stimmt, aber man die Kommentare lieber bei sich haben will, dann kann man ihnen begegnen. Stimmt. Wenn man mit Kritik umgehen kann, jedenfalls.

16:26

Beispiel kaputter namics-Banner. Patrice Neff (ex namics) hat es im Nu aus Peru gefunden, geposted, und Jürg wusste es daher sofort. Hat es umgedreht und sich mit seinem Post Die Macht der Blogs. So soll es sein! bedankt und einen kleinen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem er namics gleichzeitig - vorübergehend - auf Platz 2 beim Suchbgriff “intranet” gebracht hat. (etwas verkürzt, bitte selbst die Posts nachlesen)

16:32

Jürg liest nicht 1000 Blogs, schaut aber mehrmals am Tag Technorati an, ob jemand was über namics schreibt.

Und hat 39 Feeds abonniert in Bloglines. (War aber nur ein Screenshot, man weiss nicht, wieviel Ungelesene er hat.)

namics bringt im Intranet alle Posts und Flickr-Fotos von von den verschiedenen Mitarbeiter-Blogs an einem Ort zusammen.

16:34

Marcel Bernet übernimmt wieder, gut erkennbar an der 72-pt-Schrift. :-)

Sie haben bernetblog mit Typo3 aufgesetzt und bereuen bitterlich, dass sie es nicht mit einem Standardtool wie MovableType gemacht haben - so war es viel mehr Arbeit.

16:36

Folie “Wie man Blogger kontaktiert”: Marcel richtet sich an die Blog-Leser in Firmen, die rausfinden, dass Blogger über ihre Firma schreben.

Schreiben Sie lieber ein Mail als einen bösen Kommentar.

Beispiel Jamba (Klingeltonfirma) aus Deutschland, die hässige Kommentare ins Spreeblick-Posting “Jamba-Kurs” von Johnny Häusler (bekannter deutscher Blogger) geschrieben haben, die dann zu Jamba zurückverfolgt werden konnten.

16:38

Cool: Marcel hat für sein Buch Robert Scoble interviewt. Scoble spricht bei Microsoft intern nur noch mit PR-Leuten, die auch selbst bloggen. Die anderen können eh nicht mitreden. Nicht schlecht, der Scoble.

16:40

Fünf Fragen, ob man auch selbst bloggen sollte.

Hehe. Im PDF (Folie 93 — die Zahl stimmt nie im Leben, das kommt von handgemachten Seitenzahlen, PDF Seite 22 unten) sind es auch fünf Punkte, aber obendrüber steht “vier Fragen”. Ist mir auch letztens passiert beim Blog-Artikel im Netzguide. Hat aber keiner gemerkt.)

Noch so eine Zweidimensionenmatrix (die nicht im PDF ist) mit einer Einordnung von verschiedenen Medien. Macht nichts. Diese Akademisierung der Themen mache ich auch gern, aber ehrlich gesagt…

16:45 - fertig

Auf die Minute pünktlich, Hut ab.

Fragen?

Frage 1:

Wie sollten Blog-URLs sein?

Jürg versteht die Frage so: Was steht hinter der Domain in der URL? Kurz, einfach, ein bisschen sprechend.

Marcel versteht die Frage anders: Wie lautet die Domain des Blogs? Sie haben bernetblog.ch genommen, weil sie eine eigene Marke aufbauen wollen, namics dagegen arbeitet mit blog.namics.com. Dieses “blog” als Subdomain wird sich gut durchsetzen.

(Finde ich auch - es sei denn, die Firma besteht praktisch nur aus dem Blog, dann kann er auch unter www laufen, finde ich. Bernetblog finde ich nicht so sinnvoll. Ist ja letztlich doch nur eine Marke.)

Frage 2:

Sind Blogs ein eigenständiges Medium?

Marcel findet, so halb. Der Charakter als Medium ist nicht das wichtige, sondern der Content.

Marcel zitiert BloggingTom, ohne zu wissen, dass er hier sitzt. Ein Promi-Punkt an Tom!

Jürg findet auch: Klar kein neues Medium, Blogs sind so, wie das Internet eigentlich sein solte. Früher hatten die Browser wie Netscape Navigator Gold Edition ein eigenes Editing-Tool drin.

Frage 3:

Aber das zeitnahe Element?

Jürg: Viele Sachen, die in Blogs stehen, könnte man auch auf normalen Websites publizieren. Aber wer zeitnah posten will, der macht es halt heute in Blogs. (Sehe ich genauso. Irgendwann vermutet man vermutlich auf Websites gar keine aktuellen Inhalte mehr ausser Presse-Bla.)

Frage 4:

Eigene Domain oder Hosting-Dienstleister wie Blogger oder Kaywa?

Jürg: Ich als IT-Dienstleister hab’s halt gern bei mir lokal wegen Verfügbarkeit. Müssen aber andere nicht so machen. (Wichtig ist vor allem, dass man eine Adresse hat, die bleibt. Mein Umzug weg von Blogger war die Hölle.)

Marcel: Eigene Domain ist nett, muss aber nicht sein. Scoble bloggt auch unter wordpress.com.

Frage 5:

Welches Produkt aus dem klassischen PR-Sortiment wird durch ein Weblog konkurrenziert?

Marcel: Eigentlich keines, man kann alles weiter machen.

Jürg: Die Medienmitteilung. Beispiel Google, bei dem alles über den Blog läuft.

bernetblog wird noch eine Notification per E-Mail machen, weil eben noch nicht alle RSS lesen. Wie lange hat es gedauert, bis wir Medienmitteilungen nur noch per E-Mail versenden konnten?

Siehe auch Gastbeitrag im bernetblog Das Ende der Medienmitteilung?

Das war’s.

(Ich verlinke gleich noch mal ein paar Sachen, die ich weiter oben geschrieben habe, hatte laufend keine Zeit.) (Update aus dem Zug: Erledigt.)


Liveblogging iEX

Sitze in der letzten Reihe (neben Tom) und schaue Jürg Stuker und Marcel Bernet zu bei “Weblogs: Vom Hype zum Kommunikationswerkzeug.” Bin gespannt. Details folgen im nächsten Post.


Sphere und die Topsearches der ersten Stunden

Früher mal, als die meisten Leute das Web noch nicht selbst kannten, sondern nur, weil sie in der Sonntagszeitung oder im Spiegel darüber lasen, stand in jedem zweiten Artikel, der am meisten bei Suchmaschinen nachgefragte Begriff sei “sex”. Reto Hartinger sagte dagegen, als er noch Partner und Marketingchef bei search.ch war, in Vorträgen immer, das stimme gar nicht, die Top-Suchbegriffe drehten sich meist um Reisethemen. Mit dem “Suchvoyeur” auf der search-Homepage (rechts unten) konnte man sich selbst kein Bild machen, denn Reto gab auch freimütig zu, dass die Anzeigen dort um alle dubiosen Begriffe bereinigt sind. Ich weiss es also bis heute nicht genau.

Nun bekomme ich Nachricht, dass morgen der Technorati-Konkurrent “Sphere” an den Start geht. (Hatte mich da mal für die Beta registriert, wobei das schon ziemlich lange her ist.)

sphere.com going live!

sphere.com beta signup 2. Mai 2006 08:25

Hi - we want you to know that sphere is going live early tomorrow morning. Prior to doing so, we’d like to give you an early look at the product.

We’ve been able to integrate a lot of the great feedback we’ve received from a number of beta users. Thank you. As many of you know, we were hardware constrained during the beta and weren’t able to give everyone access to the site - to those of you who didn’t receive a password, thank you for your patience.

We’d appreciate you helping us get the word out if you like what we’ve built. Please feel free to blog about the site any time after 7:00 am Tuesday (May 2nd).

Here is the url: www.sphere.com. New in this V1.5 release:

  • custom range histogram;
  • sphere it bookmarklet that makes it easy to find blog posts that relate to what you’re reading on the Web;
  • top queries this hour/ this week;
  • RSS for search results;
  • community feedback buttons throughout the site;
  • expanded related media verticals including podcasts (Yahoo! API), books (Amazon API), and photos (CNET Webshots API);
  • expanded related news articles coverage (over 50 mainstream news sites such as CNN, NYT, ESPN, Fox, USA Today to name a few);
  • expanded profiles;
  • featured blogs for 12,000+ keyword search terms covering over 500 broad topics including baseball, anime, food, web 2.0, tech news, knitting, culture, etc.; and
  • a brand new back end that scales.

The best two featues are the custom range feature (a search on ‘mohammed cartoons’ really illustrates its utility) and the sphere it bookmarklet (take a chance, download and it’ll change your life). Also, check out the featured blogs for a number of topics like baseball, food, knitting, motherhood, web 2.0, google, etc - you’ll find featured blogs for about 12,000 keyword search terms. And check out the related media for almost any search - you’ll now find podcasts, books and photo’s in addition to our news articles.

As always, we would appreciate your thoughts, and we hope you like it.

Best,

Sphere Founders

Meiner Meinung nach zu lang für ein solches Mail, diese lange Feature-Liste liest doch kein Mensch, und “a brand new back end that scales” erwarte ich sowieso, das muss man nicht schreiben — aber was soll’s. Bin natürlich sofort drauf gegangen. So sieht es aus:

Sex? Marijuana Growing?? Und das auch noch in beiden Listen, rechts und links? Tja das ist also wohl doch die banale Realität, wobei ich “Marijuana Growing” noch einsehe, wenn man Interesse daran hat, aber ehrlich gesagt nicht kapiere, wieso es ein tolles Resultat bringen sollte, wenn man schlicht nach “Sex” sucht. Von Beta-Teilnehmern würde ich erwarten, dass sie gemäss Interessenlage hier ihre Bedürfnisse etwas genauer spezifizieren können.

Schauen wir lieber noch das Feature “Custom Range” an, auf das sie offenbar stolz sind — wobei ich dann nicht verstehe, wieso sie in ihrem Mail nicht gleich einen Link machen wie den hier, bei dem das rauskommt:

Nicht schlecht. Das mit den ajaxigen Schiebereglern und der automatischen Aktualisierung ist ja fast schon Standard. Sehr nützlich finde ich auch die Balken, mit denen man auf einen Blick sieht, wann ein Thema “heiss” war. (Das Konzept, diese Regler mit Häufigkeitsanzeigen zu verknüpfen, kennen wir in der Schweiz schon von immo.search.ch. Funktioniert allerdings bei mir nur im Firefox richtig, im IE sind die oliven Flächen nicht transparent.) Wer also demnächst bei einer in Blogs losgetretenen Debatte recherchieren will, wie es losging, wird schnell ans Ziel kommen. Gut so. Und generell gut, wenn es eine stabile Alternative zu Technorati gibt (was allerdings noch nicht bewiesen ist), denn dort bekomme ich deutlich zu häufig “technorati is experiencing high traffic, please try again later” (oder so). Nicht gut.


CeBIT und neuer Blog neuerdings.com

Wer mal ein bisschen schauen will, was ich morgen über die CeBIT renne (bis Mittag finde ich erfahrungsgemäss immer alles sehr interessant, danach nur noch die ganze Veranstaltung um den Faktor zehn zu gross :-), findet einiges darüber unter unserem neuen Blog neuerdings.com, den wir (Andreas Göldi vom Medienkonvergenz-Blog und ich) morgen offiziell launchen (heute haben wir uns schon ein bisschen warmgelaufen).

Wir freuen uns auf Euer Feedback. Und wenn jemand von Euch etwas online über ein Event an der Messe liest denkt: “Hey, dort wäre ich jetzt gern” — schreibt mir eine Mail an vorname.nachname@gmail.com, und wenn ich es rechtzeitig lese, schaue ich vorbei und berichte.


Verseucht Aeschbachers Blog die Umgebung weniger als seine E-Mails?

Nachdem Kurt Aeschbachers (Schweizer Fernsehtalker mit gleichnamiger Sendung) Blog schon eine Woche vor dem Launch allerorten per Pressemitteilung für den 2. März angekündigt wurde (was ja eine sehr blogtypische Art der Kommunikation ist, wie auch Jürg Stuker fand), konnte ich es mir natürlich heute nicht verkneifen, den Blog anzuschauen, um zu sehen, ob er den Launchtermin auch einhält und wirklich posted.

Ich hatte allerdings nicht die Meldung auf sf.tv oder das Posting bei namics mit dem Screenshot gesehen, sondern es nur Netz-, Werbe- oder sonsteiner Woche entnommen, ohne Link. Also habe ich heute morgen “Aeschbacher Blog” gegoogelt, und der Toptreffer ist aeschbacher.kaywa.ch.

Ich hab etwas geschmunzelt über das Bild vom Limmatplatz, das auch in meinem Kaywa-Blog zuerst drin war und dann im Laufe des Tages ein paarmal F5 gedrückt, um zu sehen, was passiert. Nichts.

Um 13 Uhr endlich lese ich bei BloggingTom, dass das Ding schon live ist und sogar seit heute Nacht schon beposted, aber unter aeschbacher.blog.sf.tv. Diese Subdomain hätte ich jedoch via Google lange suchen können, denn sie wird bisher gar nicht indexiert. Die Site unterhalb von kaywa.ch war wohl nur ein Proof of Principle oder irgendsowas. Da sollte man vielleicht nochmal ein bisschen was anpassen.

Was ich aber eigentlich erzählen wollte. Bei der iEX Conference 2003 hat mir Reto Hartinger das Referat “E-Mail: Persönliches Effizienztool statt Zeitvernichter” aufgedrückt. (Finde ich nach wie vor lustig, ausgerechnet mir. Es gab trotzdem erstaunlich gute Noten, aber ich musste ja auch meine Inbox nicht zeigen.) Damals habe ich, um die 90 Minuten nicht zu eintönig werden zu lassen, vorher 50 Schweizer Promis aus diversen Bereichen angemailt und jedem “5 Fragen zu ihrem E-Mail-Verhalten” gestellt:

  1. Was sind Ihre Top-3-Regeln, die Sie selbst anwenden, um Ihre Mails effizient zu bearbeiten?
  2. Gibt es in Ihrer Organisation ein E-Mail-Reglement?
  3. Was sind die Top-3-Regeln, die Sie Ihren Mitarbeitenden, die Ihnen Mails schicken, mitgeben?
  4. Lesen und/oder beantworten Sie Ihre Mails auch von unterwegs, oder nur aus dem Büro?
  5. Haben Sie an einem Punkt in den letzten Jahren ihr E-Mail-Verhalten drastisch geändert?Falls ja, was war der Auslöser, und was haben Sie unternommen?

Die Antworten waren ganz kurzweilig und teilweise recht aufschlussreich. Kurz Aeschbacher antwortete damals wie folgt:

Von: Kurt Aeschbacher 18.01.2003 01:47 (Antwortzeit: 14 Stunden)

(wie viele?) ich erhalte täglich zwischen 30 und 50 mails, davon sind höchstens 5% spam. dazu erhält unsere redaktion nach jeder sendung bis zu 150 reaktionen auf die gespräche am bildschirm

(Zeitbedarf?) viel zu viel und deshalb wird es meistens nacht, bis ich sie beantworten kann. bis zu zwei stunden sind es häufig

(3 Regeln?) regel nr 1 telefonieren ist meistens viel effizienter als mailen. 2. ich retourne alle mails oder lösche sie sofort, in denen mir jemand eine aufgabe zu delegieren versucht, die er/sie eigentlich selbst erledigen könnte. 3. viele mails erledigen sich selbst indem man sie übersieht, da sie der absender mit der betätigung der senden taste auch schon wieder vergessen hat

(von wo?) meistens hab ich im büro keine zeit, deshalb beantworte ich sie meistens von zu hause oder unterwegs

(drastische Änderung?) ich versuch selber nur auf mails zu antworten und keine neuen zu produzieren und meine umgebung nicht auch noch damit zu verseuchen

Die Frage ist nun, ob Kurt Ae. generell seine Einstellung zu elektronischer Kommunikation geändert hat, oder ob er findet, dass man mit einem Blog die Umgebung weniger verseucht als mit E-Mails. Oder ob er sie weniger verseucht, weil der Blog so gut versteckt ist.


Wettbewerb: 4 x 4′000.- für die besten Schweizer Blogs

Musste ja irgendwann kommen: der erste (Schweizer) Blogwettbewerb.

Update: Anscheinend laufen parallel zwei ähnliche Wettbewerbe um den/die besten Schweizer Blogs. Müssig zu diskutieren, wer der erste und wer der zweite ist.

Update: Zwei persönliche Sorrys an die Swissblogawards

Da haben wir von der Jury der “Goldenen Maus” gedacht, wir machen ihn einfach selbst. Der Wettbewerb ist ursprünglich zur Förderung der ICT im Bildungswesen (ins Leben gerufen 1996, als eLearning noch nicht so hiess und noch auf CD-ROM lief), gestiftet von der Milton-Ray-Hartmann-Stiftung. Die ist aber geistig beweglich und interessiert daran, dass der Preis sich um aktuelle Themen dreht, in denen viel “läuft”, und das kann man ja von Blogs durchaus behaupten.

Habe gerade den deutschsprachigen Maus-Blog unter blog.goldenemaus.ch offiziell in Betrieb genommen mit meinem ersten Posting Gesucht: Die besten Schweizer Blogs aus den Bereichen Bildung, Kultur, Politik und Leben.

Der französische Blog läuft unter blog.sourisdor.ch. Er ist natürlich keine Übersetzung von dem hier, sondern ein eigener Blog, der sich vielleicht anders entwickelt als dieser hier. Richtig übersetzt sind nur die offiziellen Wettbewerbstexte.

Wie es sich gehört, werde ich in der Regel nicht crossposten zwischen nutzbar.ch und dem Maus-Blog, es sei denn, es kommen dort drüben mal tolle Usability-Aspekte ins Spiel, die hier von Interesse sein könnten. Wer den Verlauf mitverfolgen will, sollte also den Maus-Blog abonnieren.

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Blogger unter den Lesern einen kleinen Hinweis in ihrem Blog machen würden. Und wenn dann natürlich alle eifrig nominieren.


Blogger of the Day - Marcel Marchon

Hey Marcel, Glückwunsch zum Blogger of the Day und danke, dass ich in Deinen Top 5 bin (ich nehme einfach an, die Reihenfolge der Aufzählung ist zufällig. :-).


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