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Responsive or not?

Wir in der ICT-Branche neigen ja dazu, neue technische Entwicklungen schnell zum «must-have» zu erklären, wenn man als Website-Betreiber nicht hoffnungslos veralten will. Responsive Web Design, d.h. die geräteoptimierte Darstellung der selben Web-Inhalte, gehört sicher nicht zu diesen Entwicklungen: Denn Responsive Design ist keine Mode, sondern spiegelt den veränderten Zeitgeist mehr »


Auf dem iPad fehlt ein Button

Das iPad: so schön, es immer mit dabei zu haben. Ich kann damit z.B. prima surfen, meine Mails und die letzten Facebook-Updates checken und – lesen. Zum Beispiel meine Neuerwerbung «Der Zauberbund» aus der Saga vom Eisvolk:

Eines Abends im Spätherbst des Jahres 1581, als sich am Himmel über Trondheim Eisnebel mit blutrotem Feuerschein … meine Güte, wo ist denn Trondheim, mal schnell googlen mehr »


Browser-Mimikry

Als ich kürzlich die neueste Version meines Lieblings-Editors Notepad++ von der grossen Open-Source Software-Seite Sourceforge herunterladen wollte, erschien eine Informationsleiste am oberen Bildschirmrand. mehr »


Filterle

Erschliessungshilfen wie Suchen und Inhaltsfilter sind allgegenwärtig im Web. Wie man solche konzipiert ein Dauerproblem.

Es gibt auch – entgegen weit verbreiteten Meinungen – keine Patentlösungen. Dagegen viele Einfeldsuche-Verfechter, die meinen, jede Erschliessung lasse sich damit abfangen – Google mache es ja vor. Die User beweisen uns tagtäglich etwas Anderes: Die ideale Erschliessungshilfe ist extrem kontextabhängig. Sehr oft sind geführte Suchen überlegen oder auch nur einfache Inhaltsfilter.

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Welt-Usability-Tag Countdown: noch 1 Tag

Gestern bin ich schon wieder drauf reingefallen.
1 Minute 23 Sekunden bis mein Zug fährt; und ich habe noch 25 Meter, 1 Rolltreppe und dann 14 Gleise und 32 Treppenstufen bis zur rettenden Tür.
Und dann dieser blau-rote Monitor mit der fetten Überschrift “Störungen im Bahnverkehr”- Mist, eine Störung auf der Strecke, auf meiner? muss ich gar nicht mehr rennen? wen muss ich anrufen dass ich zu spät komme? muss ich auf ein anderes Gleis?
Ich mache den Umweg näher zum Monitor hin und verbrate wertvolle Sekunden, nur um zu lesen: “Startbahnhof – Endbahnhof, Störungsbeschreibung” und weitere lustige Metadaten und Platzhaltertexte.

Störung im Bahnverkehr

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Welt-Usability-Tag Countdown: noch 10 Tage

Wo bin ich in Barcelona?

Am 13. November ist Welt-Usability-Tag zum Thema «Transportation». Ein spezieller Tag für Zeix – Angie hat letztes Jahr schon berichtet – Wir zählen auch dieses Jahr die Tage …. ab heute sind es noch genau 10 und wir starten den Countdown.

Wer kennt das nicht vom Rucksackreisen – mit Metroplan und Touriführer ausgerüstet steht man eingequetscht wie eine Sardine in der U-Bahn in irgendeiner Metropole. Jeder Halt ist von hektischem Umschauen begleitet – wo bin ich genau, … wie heisst das hier … Coli – was? Eine Wohltat ist da z.B. die U-Bahn-Anzeige in Barcelona mit wunderschöner «You-are-here indication» (An welchem Ort befinde ich mich?) Rote Lämpchen leuchten bei den schon bedienten Haltestellen. Die kommende Haltestelle blinkt. Das gibt 5 von 6 Usability-Bonuspunkten und einen entspannten Städtetrip :-).

Anzeige der Haltestellen in der Metro von Barcelona

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Haben Sie selbst ein Foto von einer Usability-Tücke oder einem Highlight gemacht, das mit Verkehr und Transport zu tun hat? Senden Sie Ihre kommentierten Fotos an info@zeix.com. Für die besten drei gibts Kinogutscheine.


Webformulare ODER Glaubenskrieg um Button-Positionierung

Bei Carpathia war vor ein paar Wochen die Usability von Kontaktformularen ein Thema.

Da wird für die Positionierung des Senden-Buttons auf der linken Seite am Ende eines Formulars plädiert.

Da bin ich nicht ganz einverstanden mit der Argumentation, denn das ist nur in der Windows Welt so.
Einer der berühmtesten Beispiele in der klassischen Usability-Welt ist der Unterschied in dieser Hinsicht zwischen Win und Mac. Bei letzteren ist das nämlich gerade nicht so, da ist die Default-Antwort (egal ob in Formularen oder Alerts) rechts positioniert.

Man streitet sich in vielen Projekten mit Webformularen und mehrseitigen Abläufen darüber, ob es sinnvoller ist, die (aus Usability Sicht erwiesenermassen logischere) Positionierung rechts oder die (von der Mehrzahl der Nutzer erlernte) Positionierung links wählen soll.

Hauptsache konsistent. Und im Zweifel uns (Zeix) fragen ;-)


Navigation – ein Spiel?

Als kleiner Nachtrag zu Peters Fundstück eines “kreativen” Navigationskonzeptes nun ein weiteres Beispiel, wie man es nicht machen sollte:

Das Architekturbüro Ushida Findlay lässt seine User über ein Gebilde navigieren, das entfernt an ein Molekül oder Sternensystem erinnert. Die einzelnen Inhalte der Website müssen über rotierende Punkte angesteuert werden, die weder direkt angeschrieben noch verständlich benannt sind.

Hauptnavigation anhand eines Moleküls

Solche Navigationskonzepte drängen den User zur so genannten “Minesweeping”-Taktik, bei der Links mehr oder weniger aufs Geratewohl zufällig angeklickt werden.

Minensuche: Wo sind denn hier die Links?
Minesweeper: Wehe, man klickt am falschen Ort…

So viel Kreativität und Ärger muten die Architekten wohl keinem Besucher ihrer realen Bauwerke zu. Zumindest in diesem Beispiel hätte es niemandem geschadet, wenn die Architekten mit ihren Namensvettern, den Informationsarchitekten, zusammen gesessen hätten…


Wo geht es zur Sihlpost?

Ich komme mit dem Zug in Hauptbahnhof von Zürich an und steige aus. Wo geht es nun genau Richtung Sihlpost? Nach rechts?

Schilder im Hauptbahnhof Zürich bei der Perronunterführung.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, zur Sihlpost gehe es nach rechts. Der Pfeil rechts oben und das Wort Sihlpost unterhalb, verschmelzen in unserer Wahrnehmung zu einer Einheit. Das es sich um zwei verschiedene Schilder handelt, die einfach übereinander montiert wurden, sieht man erst auf den zweiten Blick.

Dieser Wahrnehmungseffekt ist eigentlich schon lange bekannt. In den sogenannten Gestaltgesetzen (siehe Wikipedia oder bei Christoph Becker) wurden solche Effekte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Max Wertheimer beschrieben. Das Problem ist nur – wie Becker richtig schreibt: “Eine Vorhersage der Wahrnehmung ist kaum möglich.”

Dass ich aber mit meiner Wahrnehmung nicht ganz alleine bin, hat mir kürzlich ein verirrtes Paar bestätigt, welches ich bei der Sihlpost angetroffen habe. Sie seien im Bahnhof “den Schildern Richtung Sihlquai” gefolgt.


Das neue Raiffeisen-Logo und seine vierfarbige Version

Die Raiffeisen-Banken haben hat seit gestern ein neues Logo, und zwar nicht eins, das man nur bei genauem Hinsehen vom alten unterscheiden kann (vgl. Migros), sondern ein ganz und gar anderes:

alt:

(Es scheint gute Tradition bei allen Rebrandings zu sein, dass man versucht, auch die letzte Instanz des alten Logos von der Website zu kratzen. Auch habe ich nie in einer entsprechenden Medienmitteilung alt und neu nebeneinander gesehen. Für den Vergleich muss man immer die Google-Bildersuche bemühen. Da von der allerdings auch viele halbprivate Vereins- u.ä. Websites gefunden werden, ist einigermassen sichergestellt, dass man das alte Logo noch einige Jahre finden wird. :-)

neu:

So neu und so anders als das alte ist das neue Logo, dass man sich kurz fragt, ob man nicht versehentlich auf der Raiffeisen-Website eines Nachbarlandes gelandet ist. Aber wie ein kurzer Check ergibt, stecken Deutschland und Österreich mit ihren Logos noch tief in den Achtzigern (das bis vorgestern gültige Raiffeisen-CH-Logo war zuletzt 1973 geändert worden).

Der neue Markenauftritt ist von Metadesign, die Website hat vermutlich namics neu angemalt, das stand nirgends. (Wir haben zusammen mit namics zweimal für Raiffeisen gearbeitet, wenn ich mich recht entsinne, einmal an der Onlinebank, einmal vermutlich an der Vorvorgängerin der jetzigen Website.)

Ein kurzer Blick auf die neue Homepage zeigt eine überraschende Schwäche: Im Bereich “Service” links unten sind liegen sechs von sieben Navigationspunkten bei 1024 x 768 unterhalb der Scrollgrenze:


(Länger gezogenes Browserfenster, der rote Strich bei der Höhe 768 ist von mir und markiert die Scrollgrenze; die Items Newsletter, Produkte A-Z, Download-Center, Raiffeisen Immo-Markt, Berechnungstools und Medien wären nicht sichtbar.)

Verstehe ich nicht ganz, da man oben eher grosszüging mit dem Platz umgeht (womit ich nicht sagen will, man sollte ruhig alles vollkleistern).

Einen kleinen, lustigen Bug hab ich noch gefunden: Im Bereich “Medien” kann man auf einer Seite Corporate Design das Logo und Fotos der ersten umgerüsteten Filiale herunterladen. Dort sieht man zum Beispiel, dass das neue Logo auch aufwärts funktioniert, was beim alten vermutlich schwierig gewesen wäre. Auf dieser Seite ist auch eine Datei Lies_mich.pdf verlinkt, die den Umgang mit dem neuen Logo erklärt. Dieser (an sich angenehm kurze, andere Branding-Agenturen hätten hier 30 Seiten mit Richtlinien untergebracht) Text enthält den schönen Absatz:

Im Hinblick auf ein konsistentes Erscheinungsbild sollte, wo immer möglich, die Sonderfarben-Version oder die vierfarbige Version des Raiffeisen-Logos eingesetzt werden. Zusätzlich liegen schwarzweisse Strichvarianten und weiss negative Strichvarianten vor.

Ähh… Welche vierfarbige Version jetzt genau?


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