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Welt-Usability-Tag Countdown: noch 1 Tag

Gestern bin ich schon wieder drauf reingefallen.
1 Minute 23 Sekunden bis mein Zug fährt; und ich habe noch 25 Meter, 1 Rolltreppe und dann 14 Gleise und 32 Treppenstufen bis zur rettenden Tür.
Und dann dieser blau-rote Monitor mit der fetten Überschrift “Störungen im Bahnverkehr”- Mist, eine Störung auf der Strecke, auf meiner? muss ich gar nicht mehr rennen? wen muss ich anrufen dass ich zu spät komme? muss ich auf ein anderes Gleis?
Ich mache den Umweg näher zum Monitor hin und verbrate wertvolle Sekunden, nur um zu lesen: “Startbahnhof - Endbahnhof, Störungsbeschreibung” und weitere lustige Metadaten und Platzhaltertexte.

Störung im Bahnverkehr

Liebe SBB,
Könnten Sie bitte bitte das Design des Screens, der mir mitteilt, dass gerade keine Störung vorliegt, anders designen? Ich wäre für grün. Vielleicht einen fetten ok-Haken. Ein rosarotes Herz? Einfach irgendwie anders als dieser fette rote Balken…
Besten Dank für Ihre Rücksichtsnahme,
Angie Born, Pendlerin

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Nachtrag: soeben entdeckt! Es gibt jetzt neu eine fette gelbe Sprechblase, vielleicht hilft die mir ja in Zukunft?

Screen neu mit gelber Sprechblase

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Morgen ist Welt-Usability-Tag mit dem Thema «Transportation»!

Wettbewerb
Haben Sie ein Foto von einer Usability-Tücke oder einem Highlight gemacht, das mit Verkehr und Transport zu tun hat? Senden Sie Ihre kommentierten Fotos an info@zeix.com. Für die besten drei gibts Kinogutscheine.

Mehr Informationen zum World Usability Day 2008.


Welt-Usability-Tag Countdown: noch 10 Tage

Wo bin ich in Barcelona?

Am 13. November ist Welt-Usability-Tag zum Thema «Transportation». Ein spezieller Tag für Zeix - Angie hat letztes Jahr schon berichtet - Wir zählen auch dieses Jahr die Tage …. ab heute sind es noch genau 10 und wir starten den Countdown.

Wer kennt das nicht vom Rucksackreisen - mit Metroplan und Touriführer ausgerüstet steht man eingequetscht wie eine Sardine in der U-Bahn in irgendeiner Metropole. Jeder Halt ist von hektischem Umschauen begleitet - wo bin ich genau, … wie heisst das hier … Coli - was? Eine Wohltat ist da z.B. die U-Bahn-Anzeige in Barcelona mit wunderschöner «You-are-here indication» (An welchem Ort befinde ich mich?) Rote Lämpchen leuchten bei den schon bedienten Haltestellen. Die kommende Haltestelle blinkt. Das gibt 5 von 6 Usability-Bonuspunkten und einen entspannten Städtetrip :-).

Anzeige der Haltestellen in der Metro von Barcelona

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Webformulare ODER Glaubenskrieg um Button-Positionierung

Bei Carpathia war vor ein paar Wochen die Usability von Kontaktformularen ein Thema.

Da wird für die Positionierung des Senden-Buttons auf der linken Seite am Ende eines Formulars plädiert.

Da bin ich nicht ganz einverstanden mit der Argumentation, denn das ist nur in der Windows Welt so.
Einer der berühmtesten Beispiele in der klassischen Usability-Welt ist der Unterschied in dieser Hinsicht zwischen Win und Mac. Bei letzteren ist das nämlich gerade nicht so, da ist die Default-Antwort (egal ob in Formularen oder Alerts) rechts positioniert.

Man streitet sich in vielen Projekten mit Webformularen und mehrseitigen Abläufen darüber, ob es sinnvoller ist, die (aus Usability Sicht erwiesenermassen logischere) Positionierung rechts oder die (von der Mehrzahl der Nutzer erlernte) Positionierung links wählen soll.

Hauptsache konsistent. Und im Zweifel uns (Zeix) fragen ;-)


Navigation - ein Spiel?

Als kleiner Nachtrag zu Peters Fundstück eines “kreativen” Navigationskonzeptes nun ein weiteres Beispiel, wie man es nicht machen sollte:

Das Architekturbüro Ushida Findlay lässt seine User über ein Gebilde navigieren, das entfernt an ein Molekül oder Sternensystem erinnert. Die einzelnen Inhalte der Website müssen über rotierende Punkte angesteuert werden, die weder direkt angeschrieben noch verständlich benannt sind.

Hauptnavigation anhand eines Moleküls

Solche Navigationskonzepte drängen den User zur so genannten “Minesweeping”-Taktik, bei der Links mehr oder weniger aufs Geratewohl zufällig angeklickt werden.

Minensuche: Wo sind denn hier die Links?
Minesweeper: Wehe, man klickt am falschen Ort…

So viel Kreativität und Ärger muten die Architekten wohl keinem Besucher ihrer realen Bauwerke zu. Zumindest in diesem Beispiel hätte es niemandem geschadet, wenn die Architekten mit ihren Namensvettern, den Informationsarchitekten, zusammen gesessen hätten…


Wo geht es zur Sihlpost?

Ich komme mit dem Zug in Hauptbahnhof von Zürich an und steige aus. Wo geht es nun genau Richtung Sihlpost? Nach rechts?

Schilder im Hauptbahnhof Zürich bei der Perronunterführung.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, zur Sihlpost gehe es nach rechts. Der Pfeil rechts oben und das Wort Sihlpost unterhalb, verschmelzen in unserer Wahrnehmung zu einer Einheit. Das es sich um zwei verschiedene Schilder handelt, die einfach übereinander montiert wurden, sieht man erst auf den zweiten Blick.

Dieser Wahrnehmungseffekt ist eigentlich schon lange bekannt. In den sogenannten Gestaltgesetzen (siehe Wikipedia oder bei Christoph Becker) wurden solche Effekte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Max Wertheimer beschrieben. Das Problem ist nur - wie Becker richtig schreibt: “Eine Vorhersage der Wahrnehmung ist kaum möglich.”

Dass ich aber mit meiner Wahrnehmung nicht ganz alleine bin, hat mir kürzlich ein verirrtes Paar bestätigt, welches ich bei der Sihlpost angetroffen habe. Sie seien im Bahnhof “den Schildern Richtung Sihlquai” gefolgt.


Das neue Raiffeisen-Logo und seine vierfarbige Version

Die Raiffeisen-Banken haben hat seit gestern ein neues Logo, und zwar nicht eins, das man nur bei genauem Hinsehen vom alten unterscheiden kann (vgl. Migros), sondern ein ganz und gar anderes:

alt:

(Es scheint gute Tradition bei allen Rebrandings zu sein, dass man versucht, auch die letzte Instanz des alten Logos von der Website zu kratzen. Auch habe ich nie in einer entsprechenden Medienmitteilung alt und neu nebeneinander gesehen. Für den Vergleich muss man immer die Google-Bildersuche bemühen. Da von der allerdings auch viele halbprivate Vereins- u.ä. Websites gefunden werden, ist einigermassen sichergestellt, dass man das alte Logo noch einige Jahre finden wird. :-)

neu:

So neu und so anders als das alte ist das neue Logo, dass man sich kurz fragt, ob man nicht versehentlich auf der Raiffeisen-Website eines Nachbarlandes gelandet ist. Aber wie ein kurzer Check ergibt, stecken Deutschland und Österreich mit ihren Logos noch tief in den Achtzigern (das bis vorgestern gültige Raiffeisen-CH-Logo war zuletzt 1973 geändert worden).

Der neue Markenauftritt ist von Metadesign, die Website hat vermutlich namics neu angemalt, das stand nirgends. (Wir haben zusammen mit namics zweimal für Raiffeisen gearbeitet, wenn ich mich recht entsinne, einmal an der Onlinebank, einmal vermutlich an der Vorvorgängerin der jetzigen Website.)

Ein kurzer Blick auf die neue Homepage zeigt eine überraschende Schwäche: Im Bereich “Service” links unten sind liegen sechs von sieben Navigationspunkten bei 1024 x 768 unterhalb der Scrollgrenze:


(Länger gezogenes Browserfenster, der rote Strich bei der Höhe 768 ist von mir und markiert die Scrollgrenze; die Items Newsletter, Produkte A-Z, Download-Center, Raiffeisen Immo-Markt, Berechnungstools und Medien wären nicht sichtbar.)

Verstehe ich nicht ganz, da man oben eher grosszüging mit dem Platz umgeht (womit ich nicht sagen will, man sollte ruhig alles vollkleistern).

Einen kleinen, lustigen Bug hab ich noch gefunden: Im Bereich “Medien” kann man auf einer Seite Corporate Design das Logo und Fotos der ersten umgerüsteten Filiale herunterladen. Dort sieht man zum Beispiel, dass das neue Logo auch aufwärts funktioniert, was beim alten vermutlich schwierig gewesen wäre. Auf dieser Seite ist auch eine Datei Lies_mich.pdf verlinkt, die den Umgang mit dem neuen Logo erklärt. Dieser (an sich angenehm kurze, andere Branding-Agenturen hätten hier 30 Seiten mit Richtlinien untergebracht) Text enthält den schönen Absatz:

Im Hinblick auf ein konsistentes Erscheinungsbild sollte, wo immer möglich, die Sonderfarben-Version oder die vierfarbige Version des Raiffeisen-Logos eingesetzt werden. Zusätzlich liegen schwarzweisse Strichvarianten und weiss negative Strichvarianten vor.

Ähh… Welche vierfarbige Version jetzt genau?


Zeitgemässe Anpassung und/oder Logo-Geschwurbel

Die neuen Logos vom Schweizer Fernsehen sind da. Zwei Dinge stechen ins Auge. Erstens sind sie überraschend simpel, zumindest die “SF”-Hälfte. Und zweitens sind sie überraschend unterschiedlich.

persoenlich.com hat die ganze Geschichte: SF Schweizer Fernsehen: Das neue Erscheinungsbild.

Update 29.10.: persoenlich.com ist offline. Aber total offline, mit einer Fehlermeldung, die ganz ernst aussieht, als hätten sie eine Rechnung beim Registrar der Domain nicht gezahlt oder so. Ersatzweise hilft eine Google-Suche.

Und natürlich auch tolle Statements. So wie:

Alex Hefter: “Das jetzige, rund zwölfjährige Erscheinungsbild trägt den Anforderungen eines modernen Medienunternehmens an eine stringente Markenführung nicht mehr Rechnung. Die Programmstrategie des Schweizer Fernsehens — zwei Programme auf zwei Kanälen –, erfordert auch eine klare und unterscheidbare Positionierung von SF1 und SF2 mit zielgruppenspezifischen Erscheinungsbildern.”

Zwei Programme auf zwei Kanälen? Ach so. Ja, da muss man natürlich dann schon reinhauen, logomässig, um diese komplexe Konstruktion dem Zuschauer zu vermitteln.

Update 29.10. Im NZZ-Artikel (schnell lesen, eh er verschwindet) versteht man deutlich besser, was er meinte: “Statt wie bisher als ein Sender auf zwei Kanälen positioniert, sollen künftig zwei voneinander völlig unabhängige Programme auf SF1 und SF2 laufen.” Aha. Das ist allerdings ein relevanter Unterschied.

Ich find’s immer noch schwierig mit diesem ganzen CI-Geschwurbel. Einerseits sehe ich ein, dass man es machen muss, um auf der Höhe zu bleiben, und die die heutigen SF-DRS-Logos sehen wirklich nicht mehr ganz zeitgemäss aus.

Sowieso bin ich nicht derjenige, der findet: “Waas, die Migros gibt 50 Millionen aus für ein neues Logo, und es merkt nicht mal einer?” Das finde ich wirklich nicht, auch wenn der Unterschied alt/neu nicht nicht gross war wie bei Coop zwei Jahre früher. Muss ja auch nicht. Opel hat seit 1964 den Blitz, und den haben sie auch schon fünfmal gefaceliftet; man sieht den Unterschied sehr deutlich (habe leider gerade keinen Link), aber es ist immer noch der gleiche Blitz.

Andererseits, eben, immer dieses Markengesülze:

Mit den Mottos “Bei SF1 fühlst Du die Schweiz“und “Bei SF2 fühlst Du die Welt” werden diese Profile von Hefter umschrieben.

Also, wenn ich mir das heutige Programm von SF2 anschaue, da fühle ich die Welt noch nicht soo doll durchdrücken. Aber das wird dann ja sicher auch anders, wenn das neue Logo drüberklebt. (Immerhin, um 1.35 kommt die dritte Staffel von Six Feet Under, das empfehle ich jedem, der dann zufällig wach ist.) Aber nochmal im Ernst: SF1 soll ein bisschen Schweizerischer positioniert werden als SF2. Klingt doch durchaus sinnvoll. Trotzdem fehlt mir dann der Zwischenschritt: Wie kommt man von dort zu dieser Trapez-1 für SF1 und dem Bastel-Wort mit dem Typographiefehler für SF2? Kann mir mal einer die Folie zeigen, auf der dieser Zusammenhang erklärt wird?

Gut fand ich noch diesen Kommentar von Elmar Mühleder von Wirz Corporate:

Leider lässt die technisch anmutende Umsetzung die Raffinesse vermissen, die man von einem “modernen” Medienunternehmen erwarten dürfte. Das vermeintliche Vorbild “ZDF“, hat seinerzeit mehr Mut und Vision bewiesen.

(persoenlich.com, sind Eure stets wechselnden Anführungszeichen eigentlich auch ein CI-Element?)

Das stimmt. Was war das ein Aufruhr, als das ZDF 2001 sein neues Erscheinungsbild vorstellte, mit dem “Z” als “2″. Ich habe damals einen vernichtenden Kommentar gelesen, das Logo würde flugs veraltet wirken, der befragte “Experte” gab ihm “keine drei Jahre”. Vermutlich nur einer, der den Auftrag auch gern gemacht hätte.



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