Agentur für Usability und User Education
Neulich las ich den Status-Update meiner Kollegin Olivia auf Facebook:
RT @zeix: Wir gratulieren @yoose zum Spezialpreis des #smaato Award 09. #Kunde
Flugs kam der Kommentar eines gemeinsamen Bekannten:
Isch das Twitterdüütsch was du do zämmekritzlesch?
Git’s do e Wörterbuech for Dummies?
Da fiel uns auf, wie schnell man sich den Gepflogenheiten und Codes der Informationsgesellschaft hingibt und dabei manchmal die Verständlichkeit für Aussenstehende auf der Strecke bleibt. Der “Bekannte” ist nicht mal ein Technologieverweigerer, sondern hat mir und auch Olivia vor Jahren HTML beigebracht.
Ich mache gerne Musik - ausser am letzten Sonntag des Monats. Dann ärgere ich mich. Weil mich immer erst die Proberaumtür daran erinnert, dass die kleinen Scheine für meinen Mietanteil noch auf dem Küchentisch bereit liegen. Wer nun «Dauerauftrag» denkt, der unterschätzt Kollege E. und seinen kreativen Beitragsschlüssel, den er als Mitmusiker monatlich neu errechnet. Man müsste nun – so mein Gewissen – gleich im Proberaum den fälligen Betrag aus der Westentasche zaubern können.
Immer mehr Produkte werden im selbstbedienten Verkauf via Touchscreen-Automaten angeboten. Weil diese Automaten oft wichtige Güter unseres täglichen Lebens betreffen (z.B. Bankomaten) und sich an alle richten, müssen sie zur Bedienung massentauglich sein.
Dies ist besonders schwierig bei komplexen Produkten wie dem Sortiment des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV). Die mangelnden Kenntnisse der Produkte bilden die erste grosse Hürde, und dann müssen sich die User noch durch -zig verschiedene Abläufe mit mehreren Optionen hindurchwählen (und manchmal -quälen).
Da gibt es Einfacheres, aber auch da liegt - wie so oft - der Teufel im Detail.